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Cantdorfer müssen auf Deicherweiterung warten

Cantdorf während des großen Hochwassers 2013. Mit einer Deicherweiterung können die Bewohner trotzdem nicht vor 2019 rechnen.
Cantdorf während des großen Hochwassers 2013. Mit einer Deicherweiterung können die Bewohner trotzdem nicht vor 2019 rechnen. FOTO: privat
Spremberg. Wer stromaufwärts die Spree entlang radelt, beobachtet eine rege Bautätigkeit in Spreewitz. Deiche werden ertüchtigt, erweitert, neu errichtet. Annett Igel-Allzeit

Doch das nur wenige Kilometer entfernte Cantdorf, der Spremberger Ortsteil, der besonders hochwassergefährdet ist, kann nicht vor 2019 mit solch einer Bautätigkeit rechnen. Das bestätigt Kurt Augustin, Leiter der Abteilung Wasser und Boden im Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft im Land Brandenburg.

Raik Nowka (CDU), Landtagsabgeordneter: "Vier Jahre nach dem großen Hochwasser 2013 werden in Sachsen bis zur Landesgrenze die Deiche der Spree erweitert. Bund und der Freistaat finanzieren das." Ende 2017 sollen die Bauarbeiten zum besseren Hochwasserschutz für die Gemeinde Spreewitz abgeschlossen sein. Während Sachsen baut, plane Brandenburg sein Hochwasserrisikomanagement. "Nach einer Zeitschiene, die im Oktober 2016 durchs Ministerium offeriert wurde, soll die Vorbereitungsphase noch mehrere Jahre dauern", weiß Nowka. Ortsvorsteher Rene Nakoinz gehen die Bilder vom überfluteten Cantdorf nicht aus dem Kopf: "Die Landesregierung kennt aus vielen Schreiben und Vor-Ort-Terminen die besondere Gefährdung der Anwohner genau." Auch der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze wundert sich: "Von 2016 bis 2018 stellt der Bund über den Sonderrahmenplan zum präventiven Hochwasserschutz jährlich 100 Millionen Euro bereit. Die Landesregierung muss mehr Personal für die Planungs- und Genehmigungsverfahren bereitstellen."

Laut Kurt Augustin haben Elbe und Oder in Brandenburg Vorrang, dann die Schwarze Elster. So schlimm die Situation 2013 für die Betroffenen war, Cantdorfer Vorhaben stehen nicht im nationalen Hochwasserschutzprogramm, sondern im regionalen Maßnahmeplan. Demnach soll der rechte Spreedeich geschlitzt werden, damit mehr Wasser vom bewohnten Gebiet abfließt. Die Kochsa bekommt einen verschließbaren Durchlass gegen einen Rückstau aus der Spree. Östlich der Ortslage wird ein neuer Deich entstehen.