ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:53 Uhr

Urlaub am Spremberger Stausee
Camper lieben Bagenzer Strand

Die Urlauber Roberto Scholz (mit der Mütze) und Edeltraud Dehner aus Dresden mit ihrem Boot treffen am Bagenzer Strand auf René Weidner.
Die Urlauber Roberto Scholz (mit der Mütze) und Edeltraud Dehner aus Dresden mit ihrem Boot treffen am Bagenzer Strand auf René Weidner. FOTO: Arlt Martina
Bagenz. 80 Prozent der Urlauber stammen mittlerweile aus dem Bundesland Sachsen.

Immer mehr Camper und Radtouristen machen sich auf den Weg zum Spremberger Stausee und verbringen dort gern ihre Freizeit. Denn Kenner der Region wissen schon längst den naturbelassenen und gepflegten Strand zu schätzen.

Dazu kommt der kostenlose Eintritt, der auch heute nicht selbstverständlich ist. So erläutert Torsten Blondzik, Geschäftsführer der Spree Camp Betriebsgesellschaft: „Der warme Sommer spielt uns sicher in die Karten. Seit dem vergangenen Jahr haben wir auch eine gute Wasserqualität.“ Die Camper seien wie neu erwacht. Der Trend gehe immer mehr zum Zelten und Campen. „Viele Urlauber bleiben im Inland und gehen nicht mehr so auf große Tour“, sagt der Geschäftsführer. „Unsere Bungalows und Finnhütten sind bis zu 95 Prozent ausgelastet. Doch unser Strandbereich in Bagenz hat immer Reserven, und so müssen wir kaum Urlaubern absagen.“

Viele Besucher kommen aus Dresden, Chemnitz oder dem Görlitzer Raum und haben somit nur eine bis zwei Stunden Anfahrtsweg. Der Spree-Radweg führt direkt am Zeltplatz vorbei.

Doch zum Strandurlaub gehört auch die entsprechende Verpflegung und Unterhaltung. Diese Aufgabe übernahm René Weidner vor fünf Jahren. Er ist heute gewissermaßen der Alleinunterhalter am Strand. „Damals kam mir diese Idee, denn wir hatten ja gegenüber in der Baracke als Spielmannszug Komptendorf unser Domizil, in dem ich mitwirke. So kam ich mit der damaligen Betreiberin der Verkaufsstelle ins Gespräch und entschied mich für diesen Schritt.“

Wie der 42-Jährige berichtet, betrieb er damals auch noch einen Laden in Komptendorf, den er parallel mit dem Strand-Imbiss eine Saison lang führte. Sein großes Ziel war es, den Bagenzer Strand einfach mehr zu beleben und somit attraktiver zu machen. „Damals war es zwar nicht der richtige Zeitpunkt, doch ich probierte es. Die ersten drei Jahre waren schlecht. Die Staumauer wurde gebaut, es herrschte schlechte Wasserqualität und die Urlauber blieben dadurch aus.“

Im Jahr 2014 plante er ein Neptunfest, dann war das Wasser fast weg. „Trotzdem fand es statt und es war eine gute Sache“, erzählt René Weidner.

Heute betreibt der gelernte Fleischer immer noch den „Laden am See“, der einen Kiosk, einen Imbiss und ein Eiscafé beherbergt. Unterstützt wird er stets dabei von seiner Partnerin Kathrin Trzeciak. Im Jahr 2018 bekamen sie neue Pachtverträge. Das Imbissgebäude wurde mit einem neuen Fassadenanstrich in blau versehen, passend zum Wasser. Der Biergarten wurde eingezäunt, damit die Gastronomie etwas einladender wirkt.

René Weidner kocht nicht nur zu Hause gern, er steht auch in seinem Imbiss am Strand in der Küche. Wenn es sein muss, hilft die ganze Familie mit. Currywurst, Pommes, Hamburger, Kugeleis und frisch gebackene Plinsen am Sonntag „gehen am Besten“. Sonntags gibt es sogar ab acht Uhr frische Brötchen. Wochentags versorgen sich die Urlauber meist mit Backwaren aus dem Bäckerladen im Ort.

Nachdem der Betreiber der gastronomischen Einrichtung auch in den vergangenen Jahren zu Beach-Partys und Tanzabenden eingeladen hatte, erfüllt er nun am Sonnabend, 4. August einen großen Wunsch der Camper. An diesem Tag findet ab 20 Uhr bei freiem Eintritt erstmals eine Schlager-Beach-Party mit „Deejay Dr. Beat“ am Bagenzer Strand statt. Für das Jahr 2019 ist schon jetzt ein Neptunfest in Bagenzer Gefilden geplant. Auch Trödelmärkte gab es bereits in diesem Strandbereich.

Der Anteil sächsischer Gäste unter den Urlaubern beträgt 80 Prozent. Zu ihnen zählt Jens Beckert aus Dresden: „Eine Campingplatzliebe war wohl Schuld daran, dass wir nun fast jedes Wochenende in Bagenz sind. Die Kinder Hannah, Joleen und Amy können sich hier auf dem schönen Spielplatz austoben, es ist ein wunderbarer Ort für Naturcamping.“ Auch die Versorgung sei bestens.

„Es ist ungezwungen, man sitzt nicht dicht an dicht auf dem Platz, wunderbar“, erzählt der 36-Jährige. „Hier ist jeder gleich, Keiner ist etwas Besseres. Wir fühlen uns sehr wohl.“

Zwischen April und September ist Saisonbetrieb. Der Imbiss hat täglich geöffnet.