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| 18:56 Uhr

Einweihung des Neubaus
Feiertag für das Behindertenwerk

 Hans-Werner Dobberstein, Hartmut Höhna, Christine Herntier und Michael Koch (von links) weihen in Spremberg den BWS-Neubau durch den symbolischen Schnitt eines roten Bandes feierlich ein.
Hans-Werner Dobberstein, Hartmut Höhna, Christine Herntier und Michael Koch (von links) weihen in Spremberg den BWS-Neubau durch den symbolischen Schnitt eines roten Bandes feierlich ein. FOTO: LR / Marcel Laggai
Das Behindertenwerk in Spremberg hat neue Gebäude eingeweiht. Beim Bau waren auch Arbeiter der hauseigenen Werkstätten beteiligt. Nicht nur das neue Objekt gibt Anlass zum Feiern. Von Marcel Laggai

Nach nur einjähriger Bauzeit hat die BWS Spremberg GmbH am Donnerstag ihren Erweiterungsbau der Wäscherei „Waschbrett“ und den Neubau des „Bürogebäudes“ feierlich eröffnet. Fast schon vergessen scheinen die vergangenen Wochen, an denen es besonders hektisch in dem markanten Gebäude direkt an der Friedrichstraße herging, wie Geschäftsführer Hartmut Höhna versichert. „Obwohl im Keller derzeit noch die letzten Arbeiten laufen, ist der Rest auf den Punkt fertig geworden.“

Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf die Tatsache, dass die Baukosten – immerhin knapp vier Millionen Euro – ebenfalls im Soll geblieben sind. Keine leichte Sache, da der Bauherr immer wieder mit neuen Ideen um die Ecke kam.

So berichtet Höhna etwa von einem Wochenende, an dem er auf die Idee kam, eine ungeplante Tagespflege ebenfalls im Objekt integrieren zu wollen. Mit Werner Hillmann von der MKS Architekten und Ingenieure GmbH hatte er allerdings einen versierten Ansprechpartner, der sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen ließ.

„Da haben wir eben rasch umgeplant und die Kosten neu kalkuliert beziehungsweise verteilt, sodass der gesteckte Rahmen nicht überschritten wurde“, heißt es von Hillmann. Obwohl das Antragsverfahren aktuell noch läuft, planen Höhna und sein Team, die Pflege im Juli für 24 Tagesgäste zu eröffnen.

Aktive Teilnahme der Mitarbeiter der BWS Spremberg

Ein weiterer Grund, weshalb die Kosten nicht gestiegen sind, ist die aktive Teilnahme der Arbeiter der hauseigenen Werkstätten. So wurde Mobiliar, wie Sitzgelegenheiten oder Regale, in Eigenregie entwickelt und zusammengebaut, wie Höhna berichtet.

„Bei Interesse können die auch erworben werden.“ Als individuelles Geschenk machen diese Objekte auf jeden Fall etwas her, ist sich Höhna sicher. Und sowieso hat der Komplex mit den knapp 1700 Quadratmetern Nutzfläche seinen ganz eigenen BWS-Anstrich erhalten.

Die Firmen-Farben Grau und Orange ziehen sich quer durch das gesamte barrierefreie Objekt. „Wir haben uns dafür auch mit den Fachleuten zusammengesetzt, um verschiedenfarbige Bereiche zu schaffen“, so Höhna. Bei einem schwachen Gedächtnis helfe dies leichter bei der Wiedererkennung, fügt er hinzu.

Von außerhalb fügt sich der Komplex derweil nahtlos in die bestehende Häuserzeile unweit des Kreisels am Busbahnhof ein. Besonders hervor sticht die übergroße Dachterrasse, die man mitunter eher auf einem Hotelkomplex vermuten könnte. „Hier werden wir sicher auch die ein oder andere Veranstaltung abhalten“, so der Geschäftsführer, der gleichwohl ergänzt, „dass diese Terrasse natürlich auch unserem Personal offen steht.“

BWS Spremberg hat Flächentarifvertrag unterzeichnet

Doch nicht nur die neue Terrasse macht die BWS aktuell zu einem besonders attraktiven Arbeitgeber für Pflegekräfte. Schließlich zählt die BWS zu den wenigen Unternehmen, die den Flächentarifvertrag für Sozialwirtschaft in Brandenburg unterzeichnet haben.

„Insgesamt macht das bei uns eine Gehaltssteigerung von 12,75 Prozent aus.“ Je nach Qualifizierung seien dies Gehaltserhöhungen zwischen 250 und 750 Euro, ergänzt Höhna.  Auch eine Sonderzahlung zu Weihnachten, in Höhe von 65 Prozent des regulären Gehalts, sieht der Vertrag vor.

„Damit wollen wir dem Fachkräftemangel vorbeugen und die Arbeit unserer Mitarbeiter wertschätzen“, sagt Höhna. Dies und der stetige Ausbau des Portfolios seien wichtig. Auch das frisch eingeweihte Objekt zählt der Geschäftsführer dazu.

„Das ist unser Anteil zur Innenstadtbelebung.“ Denn durch den zusätzlichen Service- und Informationspunkt „Dialog“ würden sich mehr Bürger und vermutlich auch Interessierte auf den Weg ins Zentrum machen.

Was künftig auf jeden Fall im Stadtbild auffallen wird, sind die sechs neuen Elektro-Smarts der BWS. „Für den Stadtverkehr ideal, tun wir damit auch noch etwas für die Umwelt“, so Höhna.