Am vergangenen Freitag gehörte nun der Spremberger Ornithologe und Naturschützer Ronald Beschow (58) zu jenen knapp 60 Bürgern aus der gesamten Bundesrepublik, denen Bundespräsident Joachim Gauck und Lebensgefährtin Daniela Schadt mit einem persönlichen Händedruck für ihr ehrenamtliches Engagement dankten.

Nach der Rückkehr aus Berlin sprach die RUNDSCHAU mit Ronald Beschow über ein strenges Protokoll und die außergewöhnlichen Begegnungen dieses Tages.

Herr Beschow, herzlichen Glückwunsch zu der Ehre dieser Einladung. Wie haben Sie den Tag in Berlin erlebt?
Zuerst mal: Ich habe mich sehr gefreut, als ich im Dezember die Einladung ins Schloss Bellevue erhielt. Aber natürlich ist mir diese Ehre nur stellvertretend für alle unsere ehrenamtlichen Mitstreiter übertragen worden, die sich im Fachbereich Vogelschutz engagieren und hier seit Jahrzehnten eine wichtige Arbeit leisten. Ihnen allen gilt also der Dank des Bundespräsidenten, so sehe ich das jedenfalls.

Wie läuft ein solcher Empfang des Staatsoberhauptes ab?
Während des Defilees am Vormittag wurde jeder der geladenen Gäste Joachim Gauck und seiner Partnerin persönlich vorgestellt. Man konnte ein paar wenige Worte wechseln und anschließend wurde ein Erinnerungsfoto gemacht. Ich habe die Gelegenheit genutzt und dem Bundespräsidenten den 2012 erschienenen Brutvogelatlas Brandenburg-Berlin überreicht, bei dem ich Mitautor bin. Natürlich folgt dieser Empfang einem strengen Protokoll - da bleibt kein Raum für lange Gespräche. Dann schloss sich ein Dinner mit drei Gängen für die geladenen Gäste an.

Gab es für Sie im Schloss Bellevue noch andere außergewöhnliche Begegnungen?
Ja, sehr viele. Am beeindruckendsten waren aber nicht die Gespräche mit Politikern aus Landes- und Bundespolitik, sondern die Begegnungen mit den anderen Ehrenamtlern. Es war eine enorme Vielfalt der gesellschaftlichen Bereiche abgedeckt. So saß ein Ehepaar, das in Kenia eine Schule mit aufgebaut hat und unterstützt, neben einer bayerischen Kreisbäuerin, die sich für die einheimische Milch stark macht, neben Studenten, die kostenlosen Nachhilfeunterricht für benachteiligte Jugendliche leisten, damit diese ihre Bildungschancen erhalten können.

Wenn Sie die Möglichkeit gehabt hätten, dem Bundespräsidenten mehr über Ihre Arbeit im Vogel- und Naturschutz zu berichten - was wäre das gewesen?
Ich finde, dass die ganz praktischen Erfahrungen für den Schutz der einheimischen Tiere und Pflanzen wieder stärker eine Rolle im Schulunterricht spielen sollten. Kinder und Jugendliche werden heute im Rahmen des Unterrichts so wenig wie nie zuvor mit der Thematik konfrontiert. Aber das wäre notwendig, damit auch in Zukunft Nachwuchs in den Naturschutzverbänden heranwächst.

Mit Ronald Beschow

sprach Catrin Würz