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Bürgermeisterin spricht mit Verwalter über Postgebäude

Spremberg. Das Desinteresse von Konzernzentralen an Städten wie Spremberg spiegelt sich im Ärger um das Postgebäude wieder: So ordnet Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) den Disput um das überraschende Ende der Filiale im Stadtzentrum ein. "Die Deutsche Post sucht in Spremberg zentrumsnah eine weitere Partnerfiliale, um ihre Dienstleistungen anzubieten", erklärte die Bürgermeisterin am Mittwoch bei der Konferenz der Stadtverordneten im Ratssaal des Bürgerhauses. René Wappler

"Aus eigenem Erleben, aber auch aus vielen Gesprächen mit Bürgern und mit den Partnerfilialen kann ich sagen: Das befriedigt uns nicht." Diesen Standpunkt habe sie gegenüber den Mitarbeitern der Post und der Postbank "sehr deutlich gemacht".

Christine Herntier will sich am 5. Oktober mit dem Verwalter des Hauses zu einem Gespräch treffen. Die Mitarbeiter des Rathauses wurden nach ihren Worten "mehrmals tätig" aufgrund der sichtbaren Schäden am Dach und der Fassade des Gebäudes. Somit gälten diese Schäden nicht als eigentlicher Grund für die Schließung. Vielmehr habe eine Prüfung wegen eines geplanten Umbaus so schwerwiegende Mängel in der Bausubstanz zutage gefördert, dass die Filiale zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden geschlossen wurde. Darauf folgte die fristlose Kündigung des Mietvertrages seitens der Deutschen Post.

Die Pressestelle der Postbank hat angekündigt, Serviceterminals an der Tankstelle in der Berliner Straße zu installieren. Gelddienstleistungen für die betroffenen Kunden bieten wiederum der kostenlose Cash-Service der Deutschen und der Commerzbank an. Wie Stadtchefin Christine Herntier berichtet, reagieren manche Einwohner der Stadt so verärgert, "dass ich inzwischen dafür verantwortlich gemacht werde, ob das Geld rechtzeitig aufs Konto kommt".

Die Fraktion der Nächsten Generation bekräftigte bei der Konferenz der Stadtverordneten am Mittwoch erneut ihren Vorschlag, die Stadt Spremberg könne das Gebäude doch selbst erwerben und mit Hilfe von Fördermitteln sanieren lassen. Fraktionschef Benny Stobinski sagte, auf diese Weise ließe sich eine kleine Filiale von Post und Postbank im Haus einrichten. Zudem hält er es für realistisch, das Technische Rathaus dort einziehen zu lassen sowie einen repräsentativen Saal zu konstruieren, der dem Ratssaal im Bürgerhaus ähnelt, das selbst von Wasserschäden geplagt ist.