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Bürgermeisterin hofft auf Ideen für weltoffene Stadt

Spremberg. Nach dem Vorbild einer Cottbuser Aktion wird der erweiterte Runde Tisch in Spremberg im Mai zur Zukunftswerkstatt einladen: "Willkommen in unserer Stadt – Spremberg zeigt ein freundliches, weltoffenes Gesicht". Bürgermeisterin Christine Herntier erläutert: "Wir sehen uns nach wie vor mit bedenklichen politischen Tendenzen konfrontiert, zu denen verstärkt Straftaten mit verfassungsfeindlichem Hintergrund zählen. René Wappler

" Sie hofft auf Ideen der Besucher: Was gefällt ihnen an der Stadt? Wo sehen sie Probleme? Bisher wurden 130 Spremberger zu dieser Zukunftswerkstatt eingeladen. Ein ähnliches Seminar in Cottbus fand nach den Worten der Bürgermeister starken Zuspruch. Zudem berieten am Dienstag dieser Woche im Cottbuser Obenkino die Vertreter von Lausitzer Flüchtlingsinitiativen über Chancen und Probleme bei der Aufnahme und Betreuung von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Im Anschluss zeigte das Kino den Film "Land in Sicht", der drei Flüchtlinge durch ihren Alltag im Land Brandenburg begleitet. Zu diesem Filmabend hatte die Landtagsabgeordnete der Bündnisgrünen, Heide Schinowsky, eingeladen. "In der Lausitz hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt", stellt sie fest. "Eine echte Willkommenskultur ist seit einiger Zeit im Entstehen."

Diesem Beispiel will auch die Stadt Spremberg mit der Zukunftswerkstatt im Bergschlösschen folgen. Als positives Zeichen betrachtet Bürgermeisterin Christine Herntier, dass ein Spendenaufruf für das Seminar enorme Resonanz fand. "Offenbar schätzen Abgeordnete und Unternehmer unserer Stadt die Idee einer solchen Werkstatt als genau so wichtig ein wie wir", sagt sie.

Allerdings war der Spendenaufruf aus der Not geboren. So kann das nötige Geld - knapp 1500 Euro - weder aus dem Haushalt der Stadt bereitgestellt werden, der ohnehin keine Investitionen außer der Reihe zulässt, noch gab es in diesem Jahr Geld vom Land für solche Aktionen. Das war in der Vergangenheit anders, wie die Bürgermeisterin feststellt. Damals setzte sich das Programm "Tolerantes Brandenburg" auch mit finanziellen Mitteln für Projekte wie die geplante Zukunftswerkstatt in Spremberg ein. "Tolerantes Brandenburg": Der Name steht nach Angaben der Landesregierung "für eine starke und lebendige Demokratie mit Zivilcourage gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit".

Die Zukunftswerkstatt im Bergschlösschen findet am Freitag, 29. Mai, von 16 Uhr bis 20 Uhr statt. Sie wird am Sonnabend, 30. Mai, von acht Uhr bis 16 Uhr am gleichen Ort fortgesetzt.