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| 16:02 Uhr

Weitere Städte sollen folgen
Uni legt heißen Draht zu Spremberg

BTU-Abteilungsleiterin Katrin Erb bewertet Spremberg als einen besonders starken Wirtschaftsstandort, unter anderem wegen des Industrieparks in Schwarze Pumpe.
BTU-Abteilungsleiterin Katrin Erb bewertet Spremberg als einen besonders starken Wirtschaftsstandort, unter anderem wegen des Industrieparks in Schwarze Pumpe. FOTO: BTU Cottbus-Senftenberg
Spremberg. Abteilungsleiterin Katrin Erb erklärt, warum die BTU eine Präsenzstelle in der Stadt eröffnet. Von Rene Wappler

Erstmals eröffnen die Mitarbeiter der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) eine Präsenzstelle in einer Nachbarstadt. Warum sie sich Spremberg dafür ausgesucht haben, erklärt die Leiterin der Abteilung für Wissens- und Technologietransfer, Katrin Erb.

Am Freitag besuchte Katrin Erb den künftigen Sitz der BTU-Stelle in Spremberg zur Schlüsselübergabe. „Dabei schaute ich bei den Händlern und Unternehmern in der Langen Straße vorbei“, berichtet sie. „Ich sagte, wir sind die neuen Nachbarn, und sie freuten sich alle darüber, dass wir künftig in Spremberg vertreten sein werden.“

Seit dem Jahr 2005 existiert eine Präsenzstelle der Technischen Hochschule Brandenburg nach ähnlichem Modell in Pritzwalk. Im Mai 2018 besuchte die dortige Hochschulpräsidentin, Professorin Burghilde Wieneke-Toutaoui, den Wirtschaftsausschuss des Landes in Potsdam. Dort erzählte sie von der Arbeit dieser Präsenzstelle. Demnach informieren die Fachleute in Pritzwalk in Veranstaltungen darüber, wie sich ein Studium finanzieren lässt. Sie arbeiten mit mehr als 40 Firmen aus der Region zusammen, und sie kooperieren mit den weiterführenden Schulen. Das habe dazu geführt, dass die „Studienbereitschaft generell gefördert“ werde, berichtete die Präsidentin der Hochschule.

Auch die Fachleute der BTU hoffen, mit ihrer Präsenzstelle Firmen zu unterstützen und neue Studierende aus der Region zu gewinnen. Derzeit sind an der Uni ungefähr 7600 Personen eingeschrieben, von denen 2000 aus dem Ausland stammen. 9500 Studierende zählte die BTU Cottbus-Senftenberg noch im Jahr 2013. Die Landkreise Spree-Neiße, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz verzeichnen für diesen Zeitraum einen zunehmenden Schwund an Einwohnern, wie BTU-Pressesprecherin Dr. Marita Müller anmerkt. Von dieser Tendenz bleibt auch die Bildungslandschaft in der Lausitz nicht unberührt.

Der Präsenzstelle in Spremberg sollen nun weitere in anderen Städten des Landes Brandenburg folgen. „Unser vornehmliches Interesse an Spremberg erklärt sich anhand unserer technischen Ausrichtung“, sagt Katrin Erb von der BTU. So weist die Stadt die höchste Dichte an Arbeitsplätzen in Brandenburg auf. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gibt es in Spremberg 556 Jobs je 1000 Einwohner. Diese Dichte wuchs in den Jahren 2006 bis 2016 nahezu um ein Drittel, stärker als in anderen Orten des Bundeslandes. Nur Ludwigsfelde reicht mit einer Dichte von 550 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner und einem ähnlichen Zuwachs innerhalb von zehn Jahren fast an Spremberg heran.

Abteilungsleiterin Katrin Erb weist auf die Philosophie hin, die den regionalen Wachstumskernen zugrunde liegt. Die Wirtschaftspolitik des Landes Brandenburg laute schließlich: Stärken stärken, und zwar ausdrücklich nicht nur an den Hochschulstandorten wie Cottbus und Senftenberg. „Der Industriepark in Schwarze Pumpe weist eine solche Stärke auf“, sagt Katrin Erb. „Wir folgen mit der neuen Adresse in Spremberg auch dem Konzept von Ministerpräsident Dietmar Woidke, höhere Präsenz der Hochschulen zu zeigen.“ Zwei feste Mitarbeiter werden ab Freitag dieser Woche in Spremberg unterwegs sein, unterstützt durch studentische Hilfskräfte.

Am Freitag wird die Präsenzstelle in der Langen Straße eröffnet.
Am Freitag wird die Präsenzstelle in der Langen Straße eröffnet. FOTO: LR / René Wappler