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| 15:01 Uhr

Einsätze der Feuerwehr
Brunnen lösen Löschteiche ab

Alte Feuerlöschteiche wie dieser im Nordwesten von Spremberg könnten auf lange Sicht von Brunnen abgelöst werden, die weniger Aufwand bei der Pflege benötigen.
Alte Feuerlöschteiche wie dieser im Nordwesten von Spremberg könnten auf lange Sicht von Brunnen abgelöst werden, die weniger Aufwand bei der Pflege benötigen. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Neue Anlagen zur Hilfe beim Brandschutz benötigen weniger Aufwand bei der Pflege. Von Rene Wappler

Die guten alten Feuerlöschteiche kommen aus der Mode. Sie sollen nach und nach durch Brunnen abgelöst werden, deren Pflege weniger Aufwand benötigt.

Im Nordwesten von Spremberg steigt Andreas Schäfer aus seinem Auto. Er arbeitete früher als Leiter des Sicherheitswesens bei einer Welzower Firma. Das dürfte als Grund dafür gelten, dass ihn die Frage beschäftigt, wie sicher die Feuerlöschteiche in der Spremberger Region sind. Er blickt über den Zaun und spart nicht mit Kritik: Die Anlage enthalte nur wenig Wasser. Zudem sei sie nicht davor geschützt, dass Äste und andere Fremdkörper hineinfallen könnten. Auch der Zaun lasse sich für Unbefugte leicht überwinden. „Das fällt mir oft auf“, sagt Andreas Schäfer. „Als Laie gewinne ich den Eindruck, dass viele Teiche einem modernen Konzept für den Brandschutz nicht mehr genügen.“

Tatsächlich fördert das Land Brandenburg seit ungefähr fünf Jahren vor allem den Bau von Brunnen an Stelle von Teichen. Das bestätigt der Beauftragte für Waldbrandschutz beim Landesbetrieb für Forst, Raimund Engel. „Ein Brunnen lässt sich besser warten und pflegen“, sagt er. „Gerade im Wald sind die Teiche durch den Eintrag von Blättern und Nadeln stark beeinträchtigt.“ Sobald dort Wasser abgesaugt werde, könne es passieren, dass eine Pumpe Schaden nehme. Trotzdem erweisen sich die Teiche nach den Worten von Raimund Engel in aller Regel immer noch als nützlich. „Manchmal lassen sie sich ja auch nachrüsten.“

In Graustein erwies sich der Löschteich erst vor einem Monat als hilfreich. Zwei Mal innerhalb weniger Stunden brach dort ein Waldbrand aus. Die Feuerwehrleute brauchten für das Löschen den Inhalt des gesamten Teiches auf, 220 Kubikmeter. Danach nutzten sie eine Leitung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV).

Die Mitarbeiter des Spremberger Rathauses kontrollieren die Feuerlöschteiche ihres Bestandes einmal im Monat. Das erklärt der Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung, Frank Kulik. „Wenn dort der Wasserstand sinkt, werden sie nachgefüllt“, sagt er. „Die Teiche dienen als Ergänzung zum bestehenden Hydrantennetz.“ Aus der Spree und anderen Flüssen werde ebenfalls Wasser zum Löschen von Bränden entnommen. Vier Teiche liegen in der Obhut des Spremberger Rathauses. Sie befinden sich in Türkendorf, Groß Luja, Graustein und Cantdorf.

Eine Din-Norm unter der Nummer 14210 enthält genaue Vorschriften für Feuerlöschteiche. Ihr Fassungsvermögen sollte demnach mindestens 1000 Kubikmeter betragen, bei einer Wassertiefe von zwei Metern. Für den Zaun gilt eine Mindesthöhe von 1,25 Metern. Der Zufahrtsbereich benötigt eine verschließbare Tür, wenigstens einen Meter breit, zu öffnen mit einem Dreikantschlüssel der Feuerwehr.

Wie Raimund Engel vom Landesbetrieb für Forst berichtet, fiel „der eine oder andere Teich“ in den vergangenen Jahren aus der offiziellen Liste. „Wir hatten ja gerade in diesem Sommer eine gigantische Verdunstungsrate“, sagt er. „Wenn einem Teich dann der Zulauf fehlt, erfüllt er seine Funktion nicht mehr.“ Auch dieses Argument spreche dafür, den Bau von Löschwasserbrunnen zu fördern.

Andreas Schäfer aus Spremberg, der sich für die Sicherheit der Teiche interessiert, bezeichnet eine Anlage als vorbildlich. Sie befindet sich auf dem Gelände der Lausitz Energie Bergbau AG zwischen Spremberg und Welzow. „Dieser Teich entspricht allen Anforderungen“, sagt er. „Zudem ist er so ausgerüstet, dass Tiere darin nicht ertrinken können.“ Für seinen Hinweis gibt es einen tragischen Anlass: In den ersten zwei Monaten ertranken in einem frisch sanierten Feuerlöschteich in Cottbus vier Katzen, die keinen Halt fanden.