ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:00 Uhr

Spremberg
Brandstiftung schockiert Spremberg

Brandserie in Spremberg: Container, Fenster, Fassaden wurden zerstört und Straßenbelag beschädigt.
Brandserie in Spremberg: Container, Fenster, Fassaden wurden zerstört und Straßenbelag beschädigt. FOTO: Bogott Detlef / Picasa
Spremberg. Nach der Brandserie in der Nacht zum Samstag in Spremberg sind viele Einwohner schockiert. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe gebildet. Zwischen 2 und 6 Uhr brannten Müll- tonnen, Papiercontainer, ein Moped. Eine Frau musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Feuer an mehreren Stellen hat viele Spremberger in der Nacht zum Samstag in Angst und Schrecken versetzt. Eine 50-jährige Frau aus der Badergasse wurde mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Zwischen 2 und 6 Uhr düsten Feuerwehr und Polizei zu mehreren Bränden im Stadtgebiet. Anfangs wurden neun Brandorte gezählt, am Samstagnachmittag wurde die Zahl von der Polizei auf elf korrigiert, inzwischen ist sogar von 13 Brandherden die Rede.

Mülltonnen und Papiercontainer an der Erwin-Strittmatter-Promenade, an der Badergasse, auf dem Kirchplatz, an der Pfortenstraße und an der Ecke Grünstraße/Waldstraße standen in Flammen. Neben den erheblichen Schäden an den Müllbehältern, so Polizeisprecher Lutz Miersch,  sind Gebäudefassaden und Fenster durch die Flammen beschädigt worden. Eine unbewohnte Wohnung wurde zerstört. In der Pfortenstraße brannte ein Moped komplett ab. Beim Feuer  an der Grünstraße war die Hitzeentwicklung so enorm, dass der Straßenbelag Schaden nahm, so Lutz Miersch. Gegen 6 Uhr gingen am Samstag zwei weitere Anzeigen wegen Brandstiftungen in der Kantstraße und Lustgartenstraße ein. Die Polizei entdeckt drei weitere Brandorte.

Sandra Urbassek ist fassungslos. „Es sieht so aus, als sollten die Feuerwehren in Zeitnot gebracht werden. Bis die Einsatzkräfte bei uns in der Paul-Thomas-Straße/Grünstraße eintrafen, haben zwei junge Männer verhindert, dass Flammen auf unsere Autos übergriffen. Die kleine brennende Tonne stand unmittelbar neben den Fahrzeugen. Hätten sie die Tonne nicht weggezogen, sähe es für unser Auto schlecht aus“, so die Sprembergerin. Der Schock sitze tief: „So etwas vor der eigenen Haustür zu erleben, ist schlimm.“

Unmittelbar nach den ersten Bränden bildete die Polizei eine spezielle Ermittlungsgruppe. Einer der jungen Männer, die in der Paul-Thomas-Straße beherzt eingegriffen hatten, soll laut Zeugen gesehen haben, wie eine Person weggerannt ist. Sabine Hildebrand hofft, dass der oder die Feuerteufel schnell gefasst werden können. „Einer von unseren Taxifahrern hat auch die Feuerwehr informiert. Die Kameraden waren verdutzt, als er anrief, denn da brannte es bereits auch anderswo.“

Hartmut Kollath schüttelte den Kopf: „Der oder die Täter machen sich keine Gedanken darüber, welche Folgen ihre Taten haben könnten. Es muss juristisch hart dagegen vorgegangen werden. Wenn man ein Haus anzündet, in dem sich Menschen befinden, ist das für mich versuchter Mord.“ „Ich bin schockiert“, sagt Silke Butzlaff, „was ist das für ein Mensch, der bewusst andere in Gefahr bringt. Krank? Langeweile? Zerstörungswut? Ich hoffe, der Täter wird gefasst.“

Die Ermittlungen laufen. Noch am Samstagvormittag  hat sich die Polizei alle bekannten Brandorte angeschaut. Laut Lutz Miersch hofft die Polizei auf weitere Hinweise: „Wer mögliche Tatverdächtige oder ungewöhnlichen Personenbewegungen in der Nacht zum Samstag bemerkt hat, soll sich melden. Noch ist nicht klar, ob einer oder mehrere Täter die Feuer legten.“ Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße unter der Rufnummer 0355 49371225 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Über die Internetseite www.polizei.brandenburg.de/onlineservice/hinweis-geben sind Hinweise möglich.

Auch die Welzower hat jüngst eine Brandserie bewegt. So sehr, dass die Stadt mit der Polizei unter den Bürgern Sicherheitspartner suchte. Nachdem von Ende Januar bis Mitte Februar Schuppen, Gartenlauben, Wohnhäuser und die Rathsburg gebrannt hatten, konnten am 20. Februar zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen werden.

Beim Löschen der vielen Brände am Wochenende in Spremberg halfen der Stadtkern-Feuerwehr Kameraden aus Schwarze Pumpe, Weskow, Hornow und Wadelsdorf. Christian Balzer, stellvertretender Wehrleiter und Einsatzleiter am Samstag: „Zwei, drei Feuer gleichzeitig, ja, das gab es schon. Aber so eine Serie in einer Nacht hatte ich bislang noch nicht erlebt. Wir konnten die Einsatzstellen durch eine große Zahl nachalamierter Feuerwehrkräfte schnell bearbeiten.“

Brandserie Spremberg: Auch ein Moped wurde zerstört.
Brandserie Spremberg: Auch ein Moped wurde zerstört. FOTO: Detlef Bogott
Brandserie Spremberg: Hier standen brennende Müllcontainer an der Ecke Seilergasse/Badergasse.
Brandserie Spremberg: Hier standen brennende Müllcontainer an der Ecke Seilergasse/Badergasse. FOTO: Detlef Bogott
Brandserie Spremberg: Der Asphalt in der Grünstraße wurde durch Feuer beschädigt.
Brandserie Spremberg: Der Asphalt in der Grünstraße wurde durch Feuer beschädigt. FOTO: Detlef Bogott