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| 19:19 Uhr

Großeinsatz am Dienstagabend
Brandalarm im City-Center

Feuerwehreinsatz im Spremberger Stadtzentrum.
Feuerwehreinsatz im Spremberger Stadtzentrum. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Ein Großeinsatz der Feuerwehr hat am Dienstagabend im Spremberger Stadtzentrum für Aufsehen gesorgt. Gebrannt hat es im Einkaufszentrum. Der Verdacht: Brandstiftung. Von Detlef Bogott und Bodo Baumert

Dienstagabend, wieder gibt es Alarm in Spremberg, nur 19 Minuten eher als am Tag zuvor beim Wohnungsbrand in Trattendorf. In der Leitstelle Lausitz in Cottbus geht um 20.37 Uhr eine Rauchmeldung ein, ausgelöst durch die Brandmeldeanlage im City-Center am Markt. Sämtliche Einsatzkräfte eilen in das Stadtzentrum.

Die Kameraden sind angespannt. In einem so großen öffentlichen Gebäude ist alles möglich. Wehren aus Weskow und Schwarze Pumpe werden sofort nachgeordert. Nur kurze Zeit später stehen zehn Einsatzfahrzeuge auf dem Spremberger Marktplatz. 41 Einsatzkräfte warten auf die Anweisungen von Christian Balzer, dem stellvertretenden Stadtwehrführer. An mehreren Stellen am Gebäude ist Qualmaustritt zu entdecken. Das ganze Gebäude wird umrundet, unter schwerer Atemschutzausrüstung stürmen erste Feuerwehrmänner in das Haus. Noch ist völlig unklar, was geschehen ist.

Mittlerweile berichten auch Leute in der Nähe des Centers über Rauchentwicklung. Im Gebäude befinden sich keine Menschen mehr. Das gesamte Objekt wird hermetisch abgesucht, auch das Parkdeck wird genauestens untersucht, ebenso der Keller. Dann entdecken Einsatzkräfte schließlich die Brandursache. Ein Müllgroßbehälter steht in Flammen. Der Behälter wird nach draußen gezogen und völlig abgelöscht.

Christian Balzer und seien Männer atmen auf. Das hätte alles auch ganz anders laufen können. Kino, Hotel und Geschäfte in der Nähe werden nicht im Mitleidenschaft gezogen. Lediglich die Besucher müssen für kurze Zeit das Gebäude verlassen. So erläutert Hotelchef Torsten Linke: „Das zählt bei einem Feueralarm zur Standardprozedur.“ Ähnlich verhält es sich im benachbarten Spree-Kino. Das Personal muss die Filme unterbrechen. Das Publikum begibt sich auf das Parkdeck. Nach einer Stunde ist der Alarm vorüber. Der nächste bereitstehende Trupp der Feuerwehr kann die Atemmasken und die Ausrüstung ablegen.

Die Frage steht im Raum. ob es Brandstiftung war oder wie sich der Container anders entzünden konnte. Das zu klären, ist nun Aufgabe der Brandursachenermittler der Polizei.

Allerdings häufen sich derartige Einsätze in jüngster Zeit in Spremberg. Erst am vergangenen Freitag stand in der Geschwister-Scholl-Straße ein Container in Flammen. Die Kameraden der Feuerwehr hatten das Feuer jedoch schnell unter Kontrolle.

Trotz der Bitte um Hinweise von Zeugen ist die Polizei bislang auch nicht dem Urheber der Brände auf die Spur gekommen, die in der Nacht zum 9. Juni in der Spremberger Innenstadt gelegt wurden. 23 Müllcontainer und ein Motorrad standen in Flammen. Eine Frau kam wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) erklärte daraufhin vor den Mitgliedern des Bauausschusses, der Täter oder gar mehrere Brandstifter hätten „mit Sicherheit einen Plan verfolgt“. Für die freiwilligen Helfer der Feuerwehr habe es sich um „eine der größten denkbaren Herausforderungen“ gehandelt. Die Ermittlungen in diesem Fall gehen weiter, wie Torsten Wendt von der Pressestelle der Polizei berichtet. „Erst am Mittwoch waren unsere Kollegen vor Ort in Spremberg, um erneut Zeugen zur Brandnacht vom Juni zu befragen“, sagt er.

Im Mai stellte der stellvertretende Stadtwehrführer Christian Balzer den Stadtverordneten die Statistik der Spremberger Kameraden vor. In 229 Fällen waren die Feuerwehrleute demnach im Jahr 2017 ausgerückt, in 73 Fällen von Januar bis Mai 2018. Dabei hatte Stadtwehrführer Frank Balkow bereits im Dezember 2017 bei der Jahresbilanz von einer „Rekordzahl“ gesprochen. Diese Tendenz setzt sich in verschärftem Maße fort. Dabei sehen sich die Feuerwehrleute schon genug durch die hohe Zahl von Waldbränden herausgefordert. Angesichts dieser Belastung wünschte der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Sascha Erler, in einer Mitteilung vom Sonntag „allen Einsatzkräften, dass sie immer gesund zurück ins Gerätehaus zurückkehren“.