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| 14:04 Uhr

Dachstuhl stand in Flammen
Brand zerstört Firma in Spremberg

Tischlerei brennt in Spremberg FOTO: Von Detlef Bogott
Die Polizei ermittelt nach dem Feuer in einer Tischlerei in der Bregenzer Straße.

Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf ungefähr 300 000 Euro: Eine Tischlerei in der Bregenzer Straße in Spremberg hat am Montagabend Feuer gefangen. Die Ursache des Brandes ist derzeit noch unklar.

Der Rußgeruch liegt noch am Dienstag über das Firmengelände. Zwei Polizeibeamte inspizierten den Brandort: Schwarze Wände, verkohltes Werkzeug, das Dach hängt in Fetzen herunter. Am Eingang steht der Firmenchef. Er telefoniert. Ja, erklärt er, sein Unternehmen sei abgebrannt, im Sinne des Wortes, und mehr könne er im Moment auch nicht sagen.

Am Montag gegen 22.30 Uhr erfuhr er von der Katastrophe. Der Dachstuhl der Firma war in Brand geraten. Feuerwehrleute aus Spremberg und Umgebung fuhren in die Bregenzer Straße, um die Flammen zu löschen. Dabei drohte das Feuer, auf eine benachbarte Immobilie überzugreifen. Ein Sprecher der Feuerwehr-Leitstelle sagt: „Wir mussten eine ältere Dame aus einem angrenzenden Einfamilienhaus in Sicherheit bringen.“

Die Arbeit der Fachleute gestaltete sich äußerst schwierig. Elf Rettungswagen und Löschfahrzeuge waren mehr als vier Stunden im Einsatz, bis das Feuer gegen 2 Uhr morgens endgültig gelöscht werden konnte. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittelt nun zur Brandursache. Ines Gnerlich von der Pressestelle sagt: „Nähere Erkenntnisse haben wir derzeit noch nicht.“ Das Gebäude brannte fast vollständig aus

Dabei handelt es sich um den zweiten schwerwiegenden Brand innerhalb weniger Tage in der Spremberger Region. Auch in einem Einfamilienhaus in Terpe hatte am Silvesterabend der Dachstuhl Feuer gefangen. Die betroffene Familie kann ihr Gebäude ebenfalls vorerst nicht mehr benutzen. Sie ist vorübergehend bei Verwandten auf dem Nachbargrundstück untergekommen. Wie in der Bregenzer Straße ist die Ursache des Feuers in Terpe momentan noch nicht erforscht, wie die Pressestelle der Polizei mitteilt. Der Sachschaden ist mit geschätzten 200 000 Euro nahezu so beträchtlich wie bei der jüngsten Katastrophe in der Bregenzer Straße.

Bei solchen Einsätzen zählt nach Auskunft von Fachleuten jeder Augenblick: Schon 15 Minuten nach dem Ausbruch eines Dachstuhlbrandes muss mit dem Einsturz der Ziegel gerechnet werden. Nach 20 bis 40 Minuten drohen die Seiten, instabil zu werden. Das schreiben die Autoren Christoph Slaby und Adrian Wibel in einer Lernbroschüre unter dem Titel „Einsatztaktik für die Feuerwehr“, deren Urheberrechte bei der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg liegen. Adrian Wibel arbeitet als Branddirektor, und er sagt: „Die Temperatur kann bei einem Dachstuhlbrand auf 1000 Grad Celsius steigen.“

Von einem typischen Zimmerbrand unterscheidet sich ein Dachstuhlfeuer vor allem durch das „Aufbrennen“: Von den Dachlatten aus verbrennt die Konstruktion. Sie versagt, die Ziegel verlieren ihren Halt, fallen herab und geben dem Feuer den Weg frei, wie die Autoren der Broschüre berichten. Allerdings gibt es nach den Worten von Adrian Wibel keinen Hinweis darauf, dass Dachstuhlbrände besonders oft vorkommen.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. FOTO: Rene Wappler / LR
Tischlerei brennt in Spremberg FOTO: Von Detlef Bogott