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| 17:32 Uhr

Feuer in Schwarze Pumpe
Rentner stirbt bei Wohnungsbrand

 Beim Wohnungsbrand in der Straße des Kindes 1 in Schwarze Pumpe starb am Sonntagabend ein Rentner.
Beim Wohnungsbrand in der Straße des Kindes 1 in Schwarze Pumpe starb am Sonntagabend ein Rentner. FOTO: Detlef Bogott
Schwarze Pumpe . Ein Wohnungsbrand im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe hat einem Renter das Leben gekostet. Das weckt Erinnerungen an ein Feuer im letzten Jahr. Von Annett Igel-Allzeit und Detlef Bogott

Bei einem Wohnungsbrand im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe ist am späten Sonntagabend ein 78-jähriger Rentner ums Leben gekommen. Gegen 22.30 Uhr war der Notruf in der Leitstelle Lausitz eingegangen. Die Feuerwehren aus dem Stadtkern-Depot und den Ortsteilen Terpe und Schönheide starteten durch. Kameraden aus Welzow wurden hinzugezogen.

Die Wehr aus Schwarze Pumpe brauchte nur wenige Minuten. Trotzdem kam die Hilfe für den 78-Jährigen zu spät. Er habe es noch auf den Balkon geschafft, erzählen Augenzeugen.

Wohnungsbrand in Schwarze Pumpe FOTO: Bogott Detlef / Picasa

Brand in Schwarze Pumpe: Frau erleidet Rauchgasvergiftung

Während Feuerwehrkameraden mit Pressluftatemgeräten durchs verrauchte Treppenhaus liefen, wurde auf der Straße der Drehleiterkorb ausgefahren. Die Scheinwerfer am Korb können den Einsatzort besser ausleuchten.

 Auch auf dem Balkon wurde in Schwarze Pumpe nach Brandnestern gesucht.
Auch auf dem Balkon wurde in Schwarze Pumpe nach Brandnestern gesucht. FOTO: Bogott Detlef

Eine 79-jährige Frau aus einer anderen Wohnung musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Kreisbrandmeister Stefan Grothe und Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) machten sich noch in der Nacht ein Bild von der Lage.

„Auch wenn das Ausmaß des Wohnungsbrandes nicht so groß ist wie im August 2018 im Wohnhaus gegenüber – diesmal ist dabei ein Mensch ums Leben gekommen. Das beschäftigt die Einsatzkräfte und die Menschen, die hier wohnen“, so Christine Herntier.

Erinnerungen an Brand in Schwarze Pumpe in 2018

Die Erinnerungen an den 15. August 2018 sind noch sehr wach. Acht Personen erlitten damals Verletzungen. Ein Mann rettete seinen  Nachbarn aus der brennenden Wohnung.

„Als ich am Sonntag das viele Blaulicht sah, waren die Erinnerungen sofort wieder da. Ich fühle mich hier nicht mehr sicher. Aber diese Häuser haben einen Fahrstuhl, und auf den bin ich angewiesen“, sagt eine Mieterin.

Ein Mann, der aus dem Fenster im zweiten Stock schaut, nickt. Er habe den 78-Jährigen auf dem Balkon stehen sehen: „Unten wollten ihn Leute von dem Feuer hinter ihm weg leiten. Aber er hat nicht mehr reagiert und stand plötzlich ganz in Flammen.“

Notfallseelsorger nach Brand in Schwarze Pumpe angefordert

Bilder, die sich schwer verarbeiten lassen. Noch in der Nacht wurde ein Notfallseelsorger angefordert. Gegen 3.11 Uhr konnte Christian Balzer als Einsatzleiter der Feuerwehr den Einsatzort der Polizei übergeben.

„Es war ein kräftezehrender und aufreibender Großeinsatz“, sagt Balzer. Obwohl der schwere Brandgeruch noch über der Straße hängt, sind die Bewohner in ihre Wohnungen zurückgekehrt.

Auch die Volkssolidarität, die dort einen Treff hat, versichert: „Lediglich unser Lagerraum ist durch das Durchsickern des Löschwassers in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Begegnungsstätte ist weiterhin zu den bekannten Zeiten geöffnet.“.

Polizei ermittelt zur Brandursache in Schwarze Pumpe

Die Lausitzer Bergarbeiter-Wohnungsgenossenschaft wollte sich am Montag als Vermieterin noch nicht äußern.

Die Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache. „Auch die Identität des Toten“, so Polizeisprecher Ralph Meier, „muss noch abschließend geklärt werden. Bisher gehen wir davon aus, dass es sich um den 78-jährigen Mieter handelt.“