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Bohsdorfer Laden steht wieder offen

Renate Brucke präsentiert schon mal die Exemplare für die künftige Ochsenkutscher-Ausstellung.
Renate Brucke präsentiert schon mal die Exemplare für die künftige Ochsenkutscher-Ausstellung. FOTO: Richter
Bohsdorf. Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang hat der Bohsdorfer Laden wieder seine Türen geöffnet. Die Erwin-Strittmatter-Gedenkstätte startete am ersten März-Wochenende in die neue Saison. Als erste offizielle Gäste begrüßte Ranghild Pannusch vom Strittmatter-Verein ein Ehepaar aus dem sächsischen Pirna. Torsten Richter

"Die Leute waren ganz begeistert. Sie lesen gerade die Laden-Trilogie", erklärte die sympathische Frau, deren Vater Heinrich der Bruder von Erwin Strittmatter war. Mehr noch: "Die Pirnaer wollen bald wiederkommen und weitere Gäste mitbringen."

Im vergangenen Jahr hatten knapp 4000 Menschen die museale Gedenkstätte in der Bohsdorfer Ortsmitte besucht. Darunter befanden sich auch Gäste aus der Schweiz, aus Kiel oder Hannover. Ein Stuttgarter schrieb ins Gästebuch: "Eine sehr gute Ausstellung. Literaturgeschichte zum Anfassen."

Auch im neuen Jahr rechnen die Mitglieder des Strittmatter-Vereins mit mehreren Tausend Gästen. Schon jetzt habe sich eine Busgruppe mit 40 Reisenden aus Berlin angemeldet. Die besucherstärksten Monate seien der Mai und der September. "Besonders zu Himmelfahrt steuern viele Radler den Laden an. Da kommen wir schon mal auf rund 60 Besucher an diesem Tag", rechnet Ranghild Pannusch vor.

Allerdings erwecke das Museum auch während der Schließzeit über den Winter das Interesse von Literaturfreunden. Nach Voranmeldung hätten im vergangenen Januar und Februar 37 Menschen das historische Ensemble besucht.

Keinesweges untätig seien auch die Vereinsmitglieder gewesen. Unter anderem sei der Backofen restauriert und der entsprechende Raum neu gestrichen worden. Darüber hinaus hätten die Mitstreiter weiter an der künftigen Ochsenkutscher-Ausstellung gearbeitet, verriet Vereinsvorsitzende Renate Brucke. Indes sei der größte Teil der aus Jerischke stammenden Ausstellung nach Bohsdorf transportiert worden.

Zum Inventar zählen unter anderem eine Kuh-Skulptur anstatt eines Ochsen sowie verschiedenste historische Landwirtschaftsgeräte. Die Ausstellung, die die Jerischker Familie Krechlock dem Strittmatter-Verein übergeben hat, soll zum Hoffest am 1. Juni offiziell eröffnet werden.

Des Weiteren sei die Wiederkehr der Bilderausstellung der Strittmatter-Vertrauten Edith Rimkus-Beseler geplant. Sie hatte die Strittmatters in unzähligen Aufnahmen auf dem Schulzenhof fotografisch festgehalten.

Allerdings müssen Besucher der Strittmatter-Gedenkstätte vorerst einen kleinen Wermutstropfen in Kauf nehmen. Denn seit vergangenem Jahr gibt es in Bohsdorf keine Gaststätte zum Einkehren mehr. Immerhin bietet seit Kurzem die Familie Bennecke direkt gegenüber des Ladens Getränke und einen kleinen Imbiss an.