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| 17:51 Uhr

Bloischdorf
Feierabendbrigade hat die originellsten Masken

Die Feierabendbrigade siegte beim diesjährigen Preismaskenball in Bloischdorf.
Die Feierabendbrigade siegte beim diesjährigen Preismaskenball in Bloischdorf. FOTO: Detlef Bogott
Bloischdorf. 13. Bloischdorfer Ball war abermals ein toller Erfolg

Kurz nach 20 Uhr am Samstagabend schwingt der Maskenführer in der Bloischdorfer Museumsscheune das Glöckchen. Natürlich steckt kein anderer als Rüdiger Budek dahinter. Der Verein Niederlausitzer Sorbisches Museumsdorf Bloischdorf als Veranstalter hatte zum 13. Preismaskenball eingeladen. Mit dem Titel ,,Davon geht die Welt nicht unter“ beginnt der stimmungvolle Abend.

 Und plötzlich stehen die ersten Masken vor Budek. Eine Hexe und ein Teufel übergeben stumm eine Schriftrolle, Stichworte für den Maskenführer. Keiner spricht, Stimmen sollen nichts verraten. Wenig später die zweite Maske, es wird orientalisch, der kleine Muck gesellt sich dazu.

Dann kommt ein ganzer Trupp, es sind die Feierabend-Handwerker Ü-70. Samt Arbeitsutensilien wie Mauersteine, Wasserwaage und Maurerkelle in der Schubkarre. Der alte Bierkasten aus Holz fehlt auch  nicht. Lügenpresse samt italienischen Paparazzo stellten die nächsten Masken dar. Das ist nicht ungewöhnlich, sagt Budek. Ähnlich wie bei Faschingsveranstaltungen werden auch beim Maskenball aktuelle Themen aus der Nachrichtenwelt aufgegriffen.

Die Bloischdorfer Eierfrau kommt, auch hier weiß der Maskenführer frühere Geschichten zu erzählen. Als letzte erscheint der Moderne Alte. Dann sind alle Masken vorgestellt, noch hat keiner der Gäste im geringsten eine Ahnung, wer unter welcher Maske, hinter welchem Kostüm steckt. Das große Rätselraten beginnt, die Akteure werden begutachtet und beobachtet.

Sie sind groß, sind klein, manche haben lustige Vehikel dabei. Die Gangart oder bestimmte Accessoires könnten etwas verraten. Es ist verdammt schwer, Hände verraten viel, aber alle tragen Handschuhe, keine Haarsträhne guckt hervor, auch kein Ohr. Selbst der nahe Kontakt zu den Gästen machte es nicht leichter, jemanden zu identifizieren.

Um 21.30 Uhr ist Demaskierung. Viele staunten, wer unter den Masken steckte. Der kleine Muck sicherte sich Platz drei. Ihm folgten Hexe und Teufel. Die Sieger des 13. Bloischdorfer Maskenballs wurden die Feierabendhandwerker Ü 70. Für das leibliche Wohl sorgte das Serviceteam vom ,,Stukker Land“. Der Veranstalter gab sich große Mühe den Ball vorzubereiten, auch wenn die tiefen Minusgrade es etwas schwer machten, die Scheune an allen Ecken und Kanten warm zu halten.

Das Fazit des Maskenführers: „Es war ein schöner und turbulenter Maskenball.“ Einen etwas bitteren Beigeschmack hatte aber die Ankündigung Budeks, im kommenden Jahr den Haidemühler Maskenball nicht mehr zu begleiten. Hier werde es einen Generationswechsel geben, betonte er.  

In Preilack, Heinersbrück und in Dissen wird er dieses Amt weiter verrichten. In Dissen lädt die Jugend zum Maskenball ein, betont er. Neueste Anfragen hat der Maskenführer nun auch aus Guben erhalten. Rüdiger Budek lebt für die Lust am Verkleiden. Wann immer es dem Hornower Bauern die Zeit erlaubt, schlüpft er in seine Kostüme. Man kennt ihn auch als Kutscher oder als Friedrich II., König von Preußen.