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| 20:25 Uhr

Spremberg
Blick in die Stuben der Puppen

.Jutta Albrecht (links) und Anita Gruner  bauen ein Puppenhaus auf, das aus dem Jahr 1930 stammt.
.Jutta Albrecht (links) und Anita Gruner  bauen ein Puppenhaus auf, das aus dem Jahr 1930 stammt. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Seit Wochen bereiten die Mitarbeiter des Heidemuseums im Spremberger Schloss die Weihnachtsausstellung vor.

In diesem Jahr lautet das Motto: „Puppen und Puppenstuben aus vergangenen Zeiten“. 15 Puppenstuben und zahlreiche Puppen zieren bereits jetzt den Ausstellungssaal des Niederlausitzer Heidemuseums im Kulturschloss des Landkreises Spree-Neiße. Denn was wäre ein Weihnachtsfest ohne Spielzeug? Seit Generationen wird besonders zum Fest der Familie Spielzeug geschenkt oder es werden Raritäten wie Eisenbahn, Kaufladen oder Puppenstuben vom Boden geholt. Puppen und Puppenstuben sind noch heute ein beliebtes Spielzeug bei Groß und Klein.

Das Spielen mit Puppenstuben hat auch mit dem früheren Rollensverständnis zu tun. Mädchen wurden im Spiel auf das spätere Führen eines Haushaltes vorbereitet. Puppenstuben und Puppen zeigen die spielerische Verflechtung der Mädchen mit Wohnkultur, Familie und Mode. Die ausgestellten Exemplare reichen vom Historismus über den Jugenstil bis in die Zeit der Barbie-Puppe.

Die Puppenhäuser im Spremberger Museum verdeutlichen nicht nur einen Wandel des Wohnstils, sondern geben auch ein anschauliches Bild von bäuerlichen bis zum bürgerlichen Familienleben. Einst waren die Puppen und Puppenstuben Spielzeug von Mädchen, heute sind es zum Teil Raritäten und gefragte Stücke bei Auktionen und Sammlern.

Betrachtet man die einzelnen Puppenstuben bei der Spremberger Ausstellung ganz genau, dann kann der Besucher Möbel aus rustikalem Holz, Plastik oder auch aus Papier entdecken. Die ältesten Ausstellungsstücke stammen aus dem Jahr 1880. Ob Bügeleisen, Fleischwolf, Waschschüssel aus Emaille, kleine Körbe, die mit Holz und Kohle gefüllt sind, es ist die Liebe zum Detail.

„Wir haben viele Puppenstuben in unserem eigenen Fundus, die uns oft auch Großeltern brachten. Sie bringen es nicht über das Herz, solch liebevoll gestaltetes Spielzeug von damals wegzuwerfen. Das ist gut so, denn diese Dinge müssen unbedingt für die nächsten Generationen erhalten bleiben“, so Museumsleiter Eckbert Kwast. Von Einwohnern aus den Abrissdörfern Wolkenberg, Groß Buckow oder Stradow sind einige Puppenstuben und Puppen dabei. Oft war es ein leerer Korpus, der mit liebevollen kleinen Details vervollständigt wurde. „Auch Leihgaben komplettieren unsere diesjährige Weihnachtsausstellung“, erklärt Kwast.

Um dem Schloss und der Ausstellung wieder eine weihnachtliche Atmosphäre zu geben, wurden auch in diesem Jahr wieder Weihnachtsbäume von Kindergruppen, Gemeinschaften und Einzelpersonen liebevoll geschmückt und im gesamten Schloss aufgestellt.

(mat)