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Kommunalpolitik
Birgit Wöllert verlässt Spremberg

Spremberg. Birgit Wöllert mag Krimis: Diese Vorliebe der linken Abgeordneten hat der Spremberger CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel am Mittwoch bei der Konferenz des Stadtparlaments preisgegeben. Dafür gab es einen triftigen Grund: Birgit Wöllert verabschiedet sich aus der Spremberger Kommunalpolitik, da sie künftig in Berlin leben wird. René Wappler

Von den Fraktionen erhielt sie Geschenke, jeweils verpackt in der Form einer Perle: So überreichten ihr die CDU-Mitglieder zum Beispiel einen Krimi-Band.

Stadtverordneten-Vorsteherin Elke Franke (Die Linke) sagte zum Abschied: "Sie sind die einzige Stadtverordnete, die nach der Wende ununterbrochen hier gewirkt hat, und an der Sanierung der Kindertagesstätten und Grundschulen, an der Gestaltung der Jugendarbeit hatten Sie einen maßgeblichen Anteil."

Hartnäckig habe Birgit Wöllert die Lösung von Konflikten verfolgt, nie habe sie aufgegeben, erklärte die Stadtverordneten-Vorsteherin. CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel stellte wiederum fest: "Die Linke und die CDU, das wird so schnell nicht als Fraktionsgemeinschaft gehen." Beide Fraktionen hätten sich allerdings stets offen in Konfliktsituationen auseinandergesetzt.

Christina Schönherr von den Vereinten Wählergruppen äußerte sich ebenfalls zum Abschied von Birgit Wöllert: "Wir hatten sicher nicht immer die gleiche Meinung, aber wir wollten immer das Beste zum Wohl der Bürger."

Seinen Respekt bekundete auch SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch: Der sachliche Einsatz und das Fachwissen von Birgit Wöllert werde "hoch geschätzt", sagte er. In der Geschenk-Perle der SPD-Abgeordneten steckte ein Stück Braunkohle. "Vielleicht ändert es deine Einstellung zu diesem Thema ja noch ein wenig", sagte Dirk Süßmilch.

Claudia Noack von der Fraktion der Nächsten Generation konstatierte unterdessen: "Für Jugendliche hatten Sie immer ein offenes Ohr."

Birgit Wöllert selbst zeigte das Protokoll der ersten Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 1990 vor: "Ich habe diese Protokolle wirklich alle aufgehoben", sagte sie. "Ich gehe gar nicht so sehr mit einem weinenden Auge, denn alles hat seine Zeit." So erinnerte sie sich daran, dass sie im Jahr 1979 nach Spremberg gekommen war, da ihr Mann damals zum Aufbaustab für den potenziellen Kupfer-Standort gehörte. "Ich denke gern an Spremberg, an die Arbeit, das Leben, die Erfolge und die Misserfolge."