ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:44 Uhr

Bielefelder Pomologen suchen Gubener Unterstützung

Ronja und Frank Blume beim Kirschenkosten entlang der Kirschallee in Groß Drewitz. Doch welche Sorte lassen sich die beiden hier gerade munden?
Ronja und Frank Blume beim Kirschenkosten entlang der Kirschallee in Groß Drewitz. Doch welche Sorte lassen sich die beiden hier gerade munden? FOTO: FOTO-Werner
Guben.. Eine Anfrage hat in diesen Tagen die Pomologische Gesellschaft Guben erreicht. Kollegen aus Bielefeld bitten darin die Neißestädter um Unterstützung. Gesucht werden Kirschsorten, die einst in Guben und Umgebung gezüchtet wurden. Von Thomas Engelhardt

Mit seinem Hilfeersuchen will der Pomologenverein Bielefeld ein Projekt der Fachhochschulen Witzenhausen und Osnabrück voranbringen. Es geht darum, die verschiedenen Kirschsorten zusammenzutragen. „Die Ergebnisse sollen dann Eingang in die Sammlungen des Bundessortenamtes finden“ , sagt Günter Quiel von der Pomologische Gesellschaft Guben, der optimistisch ist, dass beide Vereine gut zusammenarbeiten werden.
Insgesamt haben die Bielefelder 26 Sorten aufgelistet. Zunächst einmal sollen laut Günter Lohse von der Pomologischen Gesellschaft Guben die Standorte der Kirschsorten ermittelt werden. Anschließend würden die jeweiligen Kirschen beschrieben, ehe die Bielefelder nach Guben kommen und die Bäume und ihre Früchte fotografieren werden. Dabei geht Lohse davon aus, dass „einige Sorten nicht mehr zu finden sind. Interessant ist auch, dass die bekannteste Sorte, die ,Gubener Ehre’, nicht in der Liste zu finden ist.“ Das liege nach seiner Meinung daran, dass diese Sort noch nie als solche beschrieben worden sei.
Die Bielefelder Pomologen hoffen jedenfalls auf die Unterstützung der Gubener. „Vielleicht finden sich vor Ort noch Nachfahren oder Baumbesitzer, die diese Sorten noch kennen und gegebenenfalls bereit wären, uns zur Zeit der Fruchtreife Früchte zur Sortenüberprüfung zuzusenden. Vielleicht gibt es bei den Nachfahren der einstigen Züchter auch sonstige Überlieferungen“ , schreibt Hans-Joachim Bannier im Namen des Vereins aus Westfalen.
Dass das Kirsch-Projekt unter anderem an der Fachhochschule Witzenhausen angesiedelt ist, ist kein Zufall. Die Region um die Kleinstadt im Norden von Hessen mit ihren knapp 16 000 Einwohnern gilt als größtes Kirschenanbaugebiet Europas. Jährlich wird eine Kirschenkirmes gefeiert und eine Kirschenkönigin gewählt.
Die Gubener Pomologen sind ihrerseits fest entschlossen, dem Bielefelder Verein zu helfen. „Wir bleiben da dran“ , sagt Günter Lohse. Er plant auch, Kontakte ins benachbarte Gubin aufzufrischen. „Die Mehrzahl der alten Kirschsorten sollte sich dort finden lassen“ , so Lohse.
Gubener, die der Pomologischen Gesellschaft bei der Suche helfen wollen, können sich zu den Sprechzeiten bei Günter Lohse im Büro des Verbandes der Gartenfreunde Guben und Umgebung oder bei Günter Quiel melden.

Zum Thema Gesuchte Sorten
 Die folgenden Züchtungen von Kirschsorten werden vom Pomologenverein Bielefeld gesucht: Bordans Herzkirsche, Drogans Gelbe Knorpel, Drogans Schwarze Knorpel, Drogans Weiße Knorpel, Dönnissens Gelbe Knorpel, Fromms Schwarze Herzkirsche, Grolls Bunte Knorpel, Grolls Schwarze Knorpel, Gubener Bernsteinkirsche, Gubener Schwarze Knorpel, Große Germersdorfer, Groths Wachskirsche, Heintzens Frühe Herzkirsche, Kleindiensts Braune Knorpel, Krügers Schwarze Herzkirsche, Lampens Schwarze Knorpel, Leschkes Schwarze Knorpel, Neumanns Schwarze Knorpel, Schneiders Späte Knorpel, Schreckens Kirsche, Spitzens Kirsche, Tilgners (Bunte) Herzkirsche, Tilgners Schwarze Knorpel, Wilhelmine Kleindienst, Winklers Schwarze Knorpel und Winklers Weiße Knorpel.