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| 13:27 Uhr

Azubi des Monats
„Blauer Daumen“ für Lehrling

 Julia Hackbarth wird im Spremberger Autohaus E. Neumann zur Kauffrau ausgebildet. Aufgrund ihrer Leistungen wurde sie nun von der Handwerkskammer ausgezeichnet. Der „Blaue Daumen“ hat seinen Platz an ihrem Arbeitsplatz gefunden.
Julia Hackbarth wird im Spremberger Autohaus E. Neumann zur Kauffrau ausgebildet. Aufgrund ihrer Leistungen wurde sie nun von der Handwerkskammer ausgezeichnet. Der „Blaue Daumen“ hat seinen Platz an ihrem Arbeitsplatz gefunden. FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. Cottbuserin wird „Lehrling des Monats“, jongliert aber in Spremberg mit Zahlen. Von Marcel Laggai

Großer Auflauf im Spremberger Autohaus Neumann. Neben Abgesandten der Handwerkskammer Cottbus (HWK) und dem Versorgungswerk der Handwerkskammer Cottbus sind auch Pressevertreter zugegen. Sie alle waren an den Stadtrand von Spremberg gekommen, um einer jungen Auszubildenden ihre Aufwartung zu machen. Julia Hackbarth, 21 Jahre jung, wurde nämlich zum Lehrling des Monats Mai auserkoren. Eine Auszeichnung, die die HWK allmonatlich an Azubis vergibt, die über die Maße sowohl mit ihrem Engagement als auch mit ihren Leistungen aus der Masse hervorstechen.

Julia Hackbarth erlernt in Spremberg den Beruf der Kauffrau für Büromanagement, ist aktuell im zweiten Lehrjahr und wirkt fast ein wenig eingeschüchtert von dem Aufwand ihretwegen. Und doch ist ihr der Stolz sichtlich anzumerken. „Ich stehe zwar nicht so gern im Mittelpunkt, aber das stehe ich schon irgendwie durch“, erklärt die Cottbuserin locker und muss schmunzeln. Dabei war sie anfangs schon ein wenig „überrumpelt“ von der Anmeldung und erst recht von der Auszeichnung, wie die angehende Bürokauffrau gesteht. „Ich war ziemlich baff und im ersten Moment nicht so happy, als ich davon erfahren habe“, erinnert sie sich.

Verantwortlich dafür ist Detlef Herold, Ausbilder und Verkaufsleiter im Autohaus. „Ja, ich habe sie der Handwerkskammer vorgeschlagen, aber das kommt schließlich nicht von ungefähr“, so der Mann vom Verkauf. Obwohl sie „nur“ ein Lehrling sei, erledige sie die Arbeiten stets zu vollster Zufriedenheit, ergänzt Herold. Und das Aufgabenspektrum im Autohaus ist breit gefächert, wie der Ausbilder weiß: „Service, Disposition, Rechnungen und Gutschriften sind nur ein Bruchteil der Aufgaben die Fräulein Hackbarth bei uns bereits kennenlernen durfte.“ Zudem sei der Umgang mit Geld ein Zeichen für gegenseitiges Vertrauen, beteuert der Ausbilder.

Das Steckenpferd der 21-Jährigen ist indes die Buchhaltung. „Der Umgang mit Zahlen liegt mir einfach und im Rechnungswesen habe ich stets und ständig mit Zahlen zu tun“, freut sich die Cottbuserin, die sich nach dem Abitur erst einmal bewusst gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden hatte. „Mit einer Lehre und dem daraus resultierenden Abschluss habe ich mich schlichtweg für die sichere ‚Bank’ entschieden.“

Diesen Schritt begrüßt auch Knut Deutscher. Als Geschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus hat er seit geraumer Zeit mit dem Fachkräftemangel in der Region zu kämpfen. „Wir freuen uns natürlich, wenn sich jemand bewusst für das Handwerk entscheidet.“ Dies sei aber auch ein klares Zeichen für die Karrierechancen in den insgesamt 98 Ausbildungsberufen der Handelskammer, so Deutscher. „Und die Auszeichnung ‚Lehrling des Monats’ ist ja außerdem ein kleines Aushängeschild für den Lehrling und Lehrbetrieb.“

Dass sich Julia Hackbarth ausgerechnet für das Autohaus Neumann entschieden hat, kommt nicht von ungefähr. „Ich hatte einige Bewerbungsgespräche und bei manchen bin ich ziemlich von oben herab behandelt worden“, erinnert sich die Kauffrau im zweiten Lehrjahr. Ganz im Gegenteil zu dem Autohaus unweit des Spremberger Freibades. Dort sei sie von Anfang an geradezu familiär behandelt worden, weshalb sie sich genau für diesen Betrieb entschieden habe, heißt es von der jungen Frau, die ihr Abitur auf der Cottbuser Fontane-Schule absolvierte.

Allerdings gibt es immer wieder auch Tage, an denen die Cottbuserin an ihre Grenzen stößt. „Der Kontakt mit schwierigen Kunden gehört sicherlich dazu“, wie der HWK-Geschäftsführer vermutet und die 21-Jährigen mit einem wortlosen Nicken bestätigt. Allerdings seien diese wirklich selten, wie Julia Hackbarth versichert. „Und wenn doch einmal jemand aufbrausend oder unhöflich werden sollte, dann habe ich ja hilfsbereite Kollegen, die mir zur Seite stehen“, so die Cottbuserin. Auch nach der Lehre möchte sie dem Betrieb treu bleiben.

 Julia Hackbarth wird im Spremberger Autohaus E. Neumann zur Kauffrau ausgebildet. Aufgrund ihrer Leistungen wurde sie nun von der Handwerkskammer ausgezeichnet. Der „Blaue Daumen“ hat zumindest bereits seinen Platz an ihrem Arbeitsplatz gefunden.
Julia Hackbarth wird im Spremberger Autohaus E. Neumann zur Kauffrau ausgebildet. Aufgrund ihrer Leistungen wurde sie nun von der Handwerkskammer ausgezeichnet. Der „Blaue Daumen“ hat zumindest bereits seinen Platz an ihrem Arbeitsplatz gefunden. FOTO: LR / Marcel Laggai