ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:02 Uhr

Wie in alten Zeiten
Besonders an Zeugnistagen ist die alte Schule im Schloss begehrt

Wie es sich früher im Schulalltag anfühlte und sogar mit einheitlicher Schulkleidung auf der Schulbank saß – das erlebten am Mittwoch die Schüler Fynn, Zoe und Lara bei Museumspädagogin Romy Walther.
Wie es sich früher im Schulalltag anfühlte und sogar mit einheitlicher Schulkleidung auf der Schulbank saß – das erlebten am Mittwoch die Schüler Fynn, Zoe und Lara bei Museumspädagogin Romy Walther. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Speziell für Grundschulen und Kindergärten wird im Kreismuseum in Spremberg eine Zeitreise im Klassenzimmer angeboten. Von Martina Arlt

Wie schreibt es sich auf einer Schiefertafel mit Griffel? Wie sieht einheitliche Schulkleidung von früher aus? Wie schreibt man die Sütterlinschrift? All diese Dinge erfuhren die Kollerbergschüler der Klasse 4a imSpremberger Schloss. Museumspädagogin Romy Walther bietet seit fünf Jahren Schulen und Kindergären ein Projekt an, das sich mit dem „Schulalltag früher und heute“ beschäftigt.

Dazu haben sie sich schon längst Raritäten in ihrem Fundus zugelegt wie eine alte Schulbank aus den 50er-Jahren oder eine originalgetreu nachgebaute Tafel, die Buchstaben in der Sütterlinschrift zeigt. Auch alte Schulranzen und Brottaschen aus Leder sind immer wieder für die Schüler interessant.

Galina Reisig verstand es bestens, die alte Schulkleidung aus längst vergangenen Zeiten mit weißer Schürze zu schneidern. Auch ein Kostüm zum Schandeselsitzen wurde zur Demonstration geschneidert. „Diese Kluft bekam dann der Schüler an, der nicht lernen wollte. Er war sozusagen der Klassenesel. Das war früher sehr peinlich und unangenehm“, erzählt Romy Walther.. „Auch unser Holz zum Knien diente für Züchtigungen.“ Auf diesem Stück Holz mussten dann die Schüler knien  – „und das tat richtig weh“. So sollten die schlechten Schüler bestraft werden. „Nach unseren Projekttagen probieren es immer wieder unsere Schüler gern einmal aus, wie es sich auf so einem harten Stück Holz anfühlt.“

Interessant war auch der Aufsteller aus der Jessener Schule in Sütter­linschrift, der verschiedene Kräuter aufzeigte. Romy Walther hielt zur Anschauung zwei alte Zeugnisse aus den Jahren 1902 und 1906 bereit. Anhand der akkuraten Schrift in den Heften ist nicht zu übersehen, wie auf Schönschreiben Wert gelegt wurde. Dadurch wurde Konzentration, Ausdauer und die Motorik gefördert.  Auf jeden Fall probierten sich die Mädchen und Jungen im Festsaal auf einem Arbeitsblattes selbst in den Schriftformen aus. Denn die Sütterlinschrift ist nicht ganz einfach und ist mit vielen Spitz- und Rundbögen versehen.

„Es ist ein tolles Projekt hier im Museum. Wir haben in unserer Schule gerade eine Festwoche zum 40. Bestehen und so passt dieses Projekt bestens hinein“, so die Klassenlehrerin der 4a, Michaela Schröter, die mit 27 Kindern daran teilnahm. Besonders beliebt ist das Angebot an den Zeugnis-Tagen, sagt Romy Walther.  Doch da es nur zwei Mal im Jahr Zeugnisse gibt, muss man früh anfragen. Der Termin für Februar ist bereits weg. „Doch für Sommer 2019 wäre noch einer  frei.“

Romy Walther sucht noch alte Schulmaterialien. Gefragt sind Stifte, Hefte und weitere Schulutensilien, die sich vielleicht noch auf dem Boden oder im Keller finden. Sie können  im Spremberger Schloss bei Romy Walther abgegeben werden. „Diese Dinge kommen in keine Ausstellung, damit arbeiten wir im Rahmen unseres Projektes“, betont sie. Ziel ist es, dass die Schüler den Schulalltag von früher und heute kennenlernen und den Unterschied bemerken. „Früher war es ein Privileg, in die Schule zu gehen. So hatten die Schüler damals auch oft sehr gute Noten und strengten sich an.“