Begonnen wurde die 5. Stadtverordnetenversammlung, im Dorfgemeinschaftshaus von Haidemühl, diesmal mit einem ganz besonderen Programmpunkt.

Denn bevor es zur Tagesordnung der Sitzung überging, richtete der Stadtverordnetenvorsitzende Andreas Bränzel (CDU) sein Wort an die Bergleute in Spremberg und der Lausitz. Kein Wunder, fand die Zusammenkunft des Stadtparlaments doch just am Barberatag statt, an dem die Bergleute gemeinhin ihre Schutzpatronin ehren.

Dank gilt der unermüdlichen Arbeit der Bergleute

In Vertretung der Stadtparlamentarier spricht Bränzel ihnen Anerkennung aus. „Danke für ihre unermüdliche Arbeit und den daraus entstandenen Wohlstand unserer Stadt.“ Weiterhin verurteilte er, wie rund um den Kohleausstieg deren Verdienste, Arbeit und Tradition mit den Füßen getreten würden.

„Das habt ihr nicht verdient“, erklärt der Vorsitzende mit ernster Miene. Bränzel nimmt auch nochmals auf das zurückliegende Wochenende Bezug, an dem Aktivisten des Bündnisses „Ende Gelände“ sich widerrechtlich Zutritt zum Tagebaugelände verschafften und die Gruben in Jänschwalde und Welzow stürmten.

So hätten sich die Bergleute persönlich darum gekümmert, dass deren Arbeitsgeräte nicht von „Chaoten“ zerstört wurden. „Dass wir alle genügend Strom aus Steckdose und Wärme im Heizkörper haben“, schließt Bränzel seine flammende Rede ab. Daraufhin animierte der Vorsitze alle Anwesenden im Saal Dorfgemeinschaftshauses sich zu erheben und mit ihm das Steigerlied zu singen.

Vorsitzender wünscht sich Lied regelmäßig vor der SVV

Einen Umstand, denn sich der Abgeordnete künftig vor jeder Stadtverordnetenversammlung wünschen würde, wie er bereits im November verlautbaren ließ.

Auf jeden Fall folgten die Parlamentarier – in trauter Einigkeit – Bränzels Bitte und stimmten das allseits bekannte Bergmannslied an, während die Melodie aus den Boxen schallte. Während die Abgeordneten mehr oder weniger Textsicher das Lied zum Besten geben, verwehrte sich Frank Henschel (AfD) demonstrativ der Gesangseinlage. Scheinbar grämte den Abgeordneten die AfD-Ausladung der Leag zu sehr. Das Energieunternehmen hatte die AfDler nämlich kurz zuvor von ihrer alljährlichen Barbarafeier wieder ausgeladen, obwohl sie zuvor zu den geladenen Gästen zählten.

Die Leag begründete diesen Schritt mit dem Vorwurf der Vereinnahmung.