Etliche Spremberger wie auch Verkehrsteilnehmer aus umliegenden Ortschaften waren am Mittwochnachmittag der Einladung zur Verkehrsteilnehmerschulung ins Spremberger Bergschlösschen gefolgt. Rolf Winkler und Frank Baum gaben Auskünfte über das Verkehrsunfallgeschehen, informierten über die Erhöhung des Busgeldes und sprachen zum Fahrradfahren im Straßenverkehr. Zudem zeigten sie einen Film über eine Alkoholfahrt – von der Kontrolle bis zu den Kosequenzen.

Obwohl Wachleiter Frank Baum betreffs der Verkehrsunfälle von einer positiven Bilanz sprechen konnte, sei das seiner Meinung nach noch nicht befriedigend genug. Schließlich sei jeder Unfall ein Unfall zu viel. Im Vorjahr hatten sich laut Polizei 805 Verkehrsunfälle in Spremberg ereignet, vier mehr als im Jahr 2007. Dem stehen 103 verletzte Personen gegenüber, das seien 17 mehr als im Jahr 2007. Das Nichtgewähren der Vorfahrt bleibe Unfallschwerpunkt Nummer eins, sagte Frank Baum.

Auch die Verkehrsunfälle mit Kindern hätten im Bereich Spremberg zugenommen. Gleiches sei auch bei Senioren als Unfallverursacher zu beobachten. So ereigneten sich im gesamten Wachkreis im Vorjahr 174 Verkehrsunfälle mit Senioren. Das sei einer mehr als im Jahr zuvor. 107 Senioren seien dabei verletzt worden, zwei mehr als im Jahr 2007. Als häufigste Unfallursachen fielen den Beamten ein zu geringer Abstand zum vorderen Fahrzeug und das Missachten der Vorfahrtsregeln auf.

Bei den Fahrten unter Alkohol sei die Zahl rückläufig. „Hier stehen 149 im Bereich Spree-Neiße zu Buche, ohne einen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Eine Verdoppelung ist dagegen bei Fahrten unter Drogen zu verzeichnen. 26 Verstöße gegen das BTM-Gesetz sind im Vorjahr im Wachbereich Spremberg mit Welzow und Drebkau zu verzeichnen“, sagt Baum. Im Jahr 2007 konnten 13 solcher Verstöße registriert werden.

Hoch sei die Beteiligung von Radfahrern und Motorradfahrern an Verkehrsunfällen. Aber auch Lastkraftwagen und Busse sind laut Polizeistatistik öfter beteiligt.

Besondere Konzentrationspunkte seien in Spremberg zwar nicht zu erkennen. Mit etwa acht bis zehn Verkehrsunfällen aber bleibe die Berliner Kreuzung der Unfallschwerpunkt in Spremberg.

Die meisten Unfälle passierten – auch dazu gebe es eine Statistik – in Spremberg freitags, donnerstags und montags in der Zeit von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr.