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Bei Wettbewerben löscht Sellessen noch mit

In Sellessen gibt es keine aktive Löschgruppe mehr, doch die Handdruckspritzengruppe mit Kameraden aus der Alters- und Ehrenabteilung gingen am Wochenende mit ihrer Handdruckspritze zu einem Wettbewerb nach Neusalza-Spremberg auf Tour.
In Sellessen gibt es keine aktive Löschgruppe mehr, doch die Handdruckspritzengruppe mit Kameraden aus der Alters- und Ehrenabteilung gingen am Wochenende mit ihrer Handdruckspritze zu einem Wettbewerb nach Neusalza-Spremberg auf Tour. FOTO: mat1
Spremberg. Sellessen gehört zu den wenigen Feuerwehren auf den Dörfern, die über eine Handdruckspritze aus längst vergangenen Jahren verfügen. Mit dieser Rarität aus dem Baujahr 1897 starteten zwölf Kameraden der älteren Riege am Wochenende nach Neusalza-Spremberg zum Handdruckspritzenwettbewerb anlässlich des 150-jährigen Bestehens der dortigen Feuerwehr. mat1

"Drei- bis viermal im Jahr fahren wir zu diesen Wettbewerben", erzählt Harry Kordian. Im September geht es beispielsweise nach Drehnow. "Wir präsentieren uns passend zur Handdruckspritze immer in Bauernkleidung. Als Feuermelder führt Peter Wille traditionell die Tute mit", erklärt Kordian. Doch Spaß gehört bei allen Ausflügen dazu. So haben die Sellessener Floriansjünger neben Stiefel, Schürzen und Mützen immer einen Kasten Bier im Gepäck.

Diese Handdruckspritze der Bauern- und Bürgerwehr Sellessen fasst einen Wasserinhalt von circa 350 Litern und wurde damals von zwei Pferden gezogen. Im Jahr 2007 wurde sie für mehr als 16 000 Euro umfangreich restauriert. Den letzten scharfen Einsatz hatte die Sellessener Handdruckspritze beim Scheunenbrand bei Kubos 1954.

Seit zwei Jahren verfügt Sellessen über keine aktive Löschgruppe der freiwilligen Feuerwehr mehr. Das Gerätehaus Sellessen wird als Teil des Kreis-Feuerwehrlagers genutzt und beherbergt die Feuerwehrspritze.

Seitdem widmeten sich die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung eher der "langsamen Technik" und bildeten eine Handdruckspritzengruppe unter Leitung von Karl-Heinz Vatter. "Um die Spritze jederzeit funktionstüchtig zu halten, müssen die Manschetten von den Pumpzylindern regelmäßig nachgesehen werden", verweist Vatter auf die regelmäßig notwendige Wartung. Unterstützung bekommt die Abteilung aber immer auch bei der Leitung der Spremberger Feuerwehr, dem Dorfklub Sellessen und dem Sägewerk. "Sie haben für uns immer ein offenes Ohr, wenn es um die Feuerwehrbelange des Ortes geht", so Karl-Heinz Vatter.

Die 14-köpfige Crew der Handdruckspritzengruppe trifft sich in Sellessen jeweils freitags in geraden Wochen um 18 Uhr am Gerätehaus. Dann gibt es einen Erfahrungsaustausch zu Theorie und Praxis an der Handdruckspritze. Es werden aber auch Neuigkeiten im Brandschutz ausgetauscht. Zu Dorffesten kommt die Sellessener Spritze in größeren Abständen auch zur Schau zum Einsatz. Neben Sellessen verfügen im Raum Spremberg auch die Dörfer Weskow, Lieskau, Terpe und Hornow über diese historische Löschtechnik.