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| 04:45 Uhr

Firmen bangen um ihr Geld
Neuer Ärger um Welzower Tiefbauer

Das einsame Firmenschild weist auf die Baustelle bei Welzow hin.
Das einsame Firmenschild weist auf die Baustelle bei Welzow hin. FOTO: LR / René Wappler
Welzow/Spremberg. Fragwürdiges Geschäftsgebaren der Firma STW lässt Lausitzer Subunternehmer abziehen. Von Rene Wappler

Nach Vorwürfen um eine Geisterbaustelle auf der A15 entbrennt ein neuer Konflikt um die Firma Straßen- und Tiefbau Welzow (STW). Der Betrieb betreut den Umzug von Tagesanlagen im Tagebau bei Welzow Süd. Subunternehmer berichten, STW sei seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen. Deshalb haben sie ihre Arbeit eingestellt.

Wie die in Düsseldorf erscheinende Wirtschaftswoche berichtet, hatte das Landgericht Erfurt den STW-Gesellschafter Roland Müller bereits im Jahr 2014 wegen Insolvenzverschleppung bei einem Brauerei-Unternehmen verurteilt. Müller bestätigt zwar, „dass Nachunternehmer derzeit nicht an dem Projekt Neue Tagesanlagen Welzow-Süd arbeiten“. Doch als Grund gelte nicht, dass STW seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Vielmehr entzünde sich der aktuelle Konflikt an „der schlechten Presse“. Sie führe dazu, dass Firmen „eine unmittelbare Beauftragung“ durch die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) wünschen. Mehrere Subunternehmer widersprechen dieser Darstellung. Sie berichten, dass nach wie vor Zahlungen von STW bei ihnen ausstehen. Die LEAG gibt zum Konflikt keine Stellungnahme ab.

Schon im Juni sollte die Firma aus Welzow mit einem anderen Auftrag beginnen, nämlich dem Erneuern der Fahrbahn auf der Autobahn zwischen Vetschau und Cottbus. Allerdings blieben die Fachleute dort der Baustelle fern. Damals erklärte das Infrastrukturministeriums: „Wir müssen uns wohl eine neue Firma suchen.“

Gleich nach der Autobahnauffahrt in Vetschau stand wochenlang dieses Schild. Die Baustelle danach war komplett eingerichtet. Doch sichtbare Arbeiten gab es nie.
Gleich nach der Autobahnauffahrt in Vetschau stand wochenlang dieses Schild. Die Baustelle danach war komplett eingerichtet. Doch sichtbare Arbeiten gab es nie. FOTO: LR / René Wappler