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| 13:55 Uhr

Immobilien-Projekt in Spremberg
Bauplan richtet sich nach Kirche

Den Bewohnern der Bergstraße ist wichtig, dass der Blick zur Kirche erhalten bleibt.
Den Bewohnern der Bergstraße ist wichtig, dass der Blick zur Kirche erhalten bleibt. FOTO: LR / Wappler
Spremberg. Investor der Wohnungen in der Spremberger Bergstraße will Blick zum Gotteshaus erhalten.

Erst mal bleibt er skeptisch. Edgar Langner hat sich aus der Bergstraße ins Bürgerhaus begeben, wo er erfahren will, was der Investor in seinem Viertel plant. Er setzt sich in die letzte Reihe, runzelt die Stirn, erwartet den Auftritt von Erik Weber. Der Unternehmer will den Mitgliedern des Bauausschusses seinen neuen Entwurf für Wohnhäuser in der Bergstraße vorstellen.

Edgar Langner ist nicht gegen die Bauarbeiten, wie er sagt. Sie müssten nur „im Rahmen“ bleiben. Das bedeutet: „Riesige Betonklötze wollen wir nicht.“ Wie andere Nachbarn befürchtet er, dass die Häuser die Sicht zur Kirche in der Bergstraße versperren werden.

Mit dieser Sorge befassten sich die Mitglieder des Bauausschusses schon im April. Damals versicherte ihnen der Investor, er werde „den Blick auf die Kirche nicht verbauen“. Auch die Stellplätze für die Besucher der Gottesdienste wolle er erhalten.

Für den Anfang plant Erik Weber den Bau von zwei Häusern mit je fünf Geschossen. Ein Mix aus Eigentum und Mietmodell schwebt ihm vor, mit höchstens acht Wohnungen in jedem Gebäude, samt Südbalkon, Garagen und Carport. Das genaue Investitionsvolumen steht nach seinen Worten noch nicht fest. Falls alles klappt, wie er es sich wünscht, könnte der Bau noch im Herbst dieses Jahres beginnen.

Nun will Erik Weber die Chance nutzen, seine Idee erneut im Bauausschuss zu verteidigen. Denn die Zeit drängt, wie er versichert. „Nach den Diskussionen haben wir den Entwurf noch mal überarbeitet und angepasst“, sagt er. „Wir haben die Sichtachse zur Kirche eingezeichnet, um zu zeigen, dass sie gewahrt bleibt.“

Der Nachbar Edgar Langner aus der Bergstraße mustert die Skizze, die der Investor an die Wand geworfen hat. Er murmelt: „Das sieht doch schon ganz gut aus.“

Der Investor betont, dass er die beiden Gebäude noch ein wenig nach hinten verschieben will, weiter weg von der Straße, damit die Bewohner des Viertels die Kirche weiterhin sehen können. „Wenn ich in die Bergstraße hineinkomme, habe ich jetzt ein ordentliches Höhenprofil.“

Aus der Fraktion der Spremberger Linken meldet sich Elke Franke, die im Bauausschuss mitarbeitet. „Das ist ja eine ziemlich große Fläche“, sagt sie. „Ist da in Richtung der Spree noch ein Park vorgesehen?“

Erik Weber erwidert: „Wer viel Geld für eine Wohnung ausgibt, will natürlich im Grünen leben.“ Darum lege er als Investor Wert auf diesen Aspekt. „Die Nachfrage ist enorm.“

Bei Klaus Grüneberg von der SPD-Fraktion verfangen die Argumente des Unternehmers nicht. „Wir brauchen erst mal die gesamte Planung, um weiter reden zu können“, sagt der Sozialdemokrat. „Unser Wunsch war es ja, das gesamte Gebiet als Wohnresidenz auszubauen.“

Also wirbt Erik Weber noch einmal mit Nachdruck für sein Projekt. „Aber jetzt, im Moment, wird Wohnraum gebraucht“, erklärt er. „Die Rückkehrer, von denen so oft die Rede ist, die ziehen nicht mehr in P2-Wohnungen, und Geld für ein Eigenheim hat auch nicht jeder.“ Irgendwann müsse er ja mal mit seiner Investition beginnen. Er wolle sie „Schritt für Schritt“ entwickeln.

Ihm pflichtet Ilona Schulz von der Fraktion der Linken bei. „Man sollte endlich Nägel mit Köpfen machen und das Projekt angehen“, sagt sie, „damit der Bürger sieht, was passiert.“

Nach der Präsentation äußert sich der Besucher Edgar Langner besänftigt. „Jetzt habe ich mal einen Eindruck von dem Bauplan bekommen, und es sieht so aus, als hätte der Investor die Sorgen der Nachbarn berücksichtigt.“