ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:00 Uhr

Investitionen in Spremberg
Baupläne kurbeln Industriepark an

Vor der Einfahrt zum Industriepark Schwarze Pumpe reihen sich die Lastwagen aneinander. Mit steigenden Investitionen wird auch der Güterverkehr in Schwarze Pumpe weiter zunehmen. Deshalb plant die Stadt Spremberg den Bau der Südtrasse.
Vor der Einfahrt zum Industriepark Schwarze Pumpe reihen sich die Lastwagen aneinander. Mit steigenden Investitionen wird auch der Güterverkehr in Schwarze Pumpe weiter zunehmen. Deshalb plant die Stadt Spremberg den Bau der Südtrasse. FOTO: LR / Rene Wappler
Spremberg . Der Spremberger Fachausschuss berät am Montag über die Südstrecke nach Schwarze Pumpe.

Nur wenige Tage nach dem sächsischen Beschluss für eine Investition von 60 Millionen Euro wird der Spremberger Bauausschuss über ein entscheidendes Projekt des Industrieparks Schwarze Pumpe beraten. Die Mitglieder widmen sich am Montag, 11. Juni, um 18 Uhr im Bürgerhaus dem Plan für die Südstrecke. Sie soll das Gelände direkt mit der Dresdener Chaussee verbinden. Fachleute haben dazu bereits den Artenschutz beleuchtet und einen Umweltbericht vorgelegt.

Der Bau der Straße wird zu weniger Lärm und Schmutz in den Wohngebieten von Schwarze Pumpe führen. Zu diesem Schluss kommt der Umweltbericht. So werde der Verkehr künftig aus dem stark belasteten Zentrum des Spremberger Ortsteils umgeleitet und direkt in den Industriepark gelenkt. Vor allem die Bewohner der Dresdener Chaussee könnten davon ausgehen, dass sich ihre Lebensqualität verbessert.

Allerdings führe das Versiegeln des Bodens dazu, dass sich der Lebensraum von Pflanzen und Tieren verringert. Deshalb rät der Bericht zum Ausgleich durch Ersatzflächen.

Ein Fachbeitrag zum Artenschutz plädiert unterdessen dafür, die Bauarbeiten in Schwarze Pumpe ökologisch zu begleiten. Das könne vor allem dem Schutz von Zauneidechsen dienen, die sich in diesem Gebiet aufhalten. Insgesamt seien jedoch „relativ wenige geschützte Arten durch den geplanten Bau der Straßentrasse betroffen“, heißt es im Bericht.

Laut öffentlicher Ausschreibung vom Januar 2018 erstreckt sich die geplante Straße über eine Länge von 915 Metern. Der Plan sieht vor, dass sie im Jahr 2020 entsteht. Doch Ortsvorsteher Göran Richter (SPD) zweifelt noch daran: Bislang fehle der Bescheid für die Fördermittel.

Die angekündigte Investition des Bundeslandes Sachsen beinhaltet den Bau der Südstrecke zum Industriepark ebenfalls nicht, wie die Pressestelle des Wirtschaftsförderers ASG mitteilt. Trotzdem erklärt Geschäftsführerin Petra Lehmann, ihr sei ein Stein vom Herzen gefallen, als sie von dieser Investition erfuhr. „Damit haben wir endlich Entwicklungssicherheit.“ Bis zum 30. Juni 2020 werden nach ihren Worten allein 70 Millionen Euro für die Infrastruktur im Industriepark und seinem Umfeld eingesetzt. Bis zum Jahr 2021 sollen es insgesamt 100 Millionen Euro sein. Die ASG-Chefin betrachtet das als einen „Beleg für uns, dass in Schwarze Pumpe nicht nur viel über den Strukturwandel geredet wird – was durchaus wichtig ist“. Es sei darüber hinaus auch möglich, die geplanten Projekte in die Tat umzusetzen. „Darauf sind wir gut vorbereitet.“

Die Südstrecke zum Industriepark wird ungefähr drei Millionen Euro kosten. Wie aus dem Plan für das Bauprojekt hervorgeht, rechnen Fachleute damit, dass über die Spreestraße in Sachsen künftig noch mehr Fahrzeuge nach Schwarze Pumpe gelangen. Deshalb sei die Investition am Industriepark dringend nötig. Außerdem könne sie zu weiteren Ansiedlungen auf dem Gelände beitragen.

Ohnehin erwartet der Güterverkehr bis zum Jahr 2030 ein Wachstum um 40 Prozent. Das sagt Jens Krause, der als Leiter dieses Geschäftsbereichs bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Cottbus arbeitet. Im April nahm er an einer Konferenz von Unternehmern zur Zukunft der Logistik teil. Sie fand im Industriepark statt. Als eine Variante, die Straßen der Lausitz zu entlasten, betrachteten die eingeladenen Fachleute das Schienennetz. „Die Belastung der Anwohner durch den Verkehr ist der wichtigste Aspekt dieser Veranstaltung“, sagte Jens Krause dort. „Deshalb haben wir uns in Schwarze Pumpe getroffen.“