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| 02:29 Uhr

Bauausschuss favorisiert „Technisches Rathaus“

Mit dieser Postkarte hatte die Altstadtsanierungsgesellschaft alle Spremberger aufgerufen, sich an der Namenssuche für das neue Bürgerzentrum am Markt zu beteiligen.
Mit dieser Postkarte hatte die Altstadtsanierungsgesellschaft alle Spremberger aufgerufen, sich an der Namenssuche für das neue Bürgerzentrum am Markt zu beteiligen. FOTO: Repro
Spremberg. Die Namenswahl für das Haus, das am Spremberger Marktplatz aus dem ehemaligen AWH entsteht, gestaltet sich schwierig. Nachdem die Bürger im Januar und Februar in einer Aktion der Altstadtsanierungsgesellschaft (ASG) ihre Namensvorschläge abgegeben hatten, bekamen nun die Bauausschussmitglieder eine Vorlage mit 88 gut gemeinten und zwölf kritischen Vorschlägen auf den Tisch. Die Liste der drei Favoriten erweiterten sie um den Vorschlag „Technisches Rathaus“ . Von Annett Igel

„Bürgerhaus“ , „Bürgerzentrum“ und „Spremberger Stadthaus“ – nach der Häufigkeit der Einsendungen sind das die Favoriten der Spremberger, Dresdener und Berliner, die sich an der Wahl beteiligt hatten. Ganze 18-mal genannt wurde „Bürgerhaus“ , was sicher auch von den drei Teilnehmern akzeptiert wird, die „Bürgerhaus am Markt“ und „Spremberger Bürgerhaus“ vorschlugen. Siebenmal kam das „Bürgerzentrum“ vor, wobei vier weitere Namensfinder für „Bürgerzentrum Spremberg“ und „Spremberger Bürgerzentrum“ gestimmt haben. Mit sechs Nennungen hat es das „Spremberger Stadthaus“ auf Platz drei der Favoritenliste geschafft, lediglich „Stadthaus“ war immerhin noch viermal eingesandt worden.
Trotz der eindeutigen Zahlen waren die Bauausschussmitglieder nicht ganz zufrieden mit dieser Wahl. Der sachkundige Einwohner Wieland Böttger hielt das Bürgerhaus für einen „ordentlichen“ Vorschlag, weil dort nicht nur ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht werde, sondern die Bürger auch eine ganze Menge erledigen und an den Versammlungen teilnehmen könnten. Thomas Pusch (CDU), der noch einmal die lange Liste durchgeguckt hatte, vermisste einen Vorschlag: Der Name „Technisches Rathaus“ , der schon jetzt für den Teil der Stadtverwaltung in der Langen Straße kursiere, könnte doch dem neuen Haus gegeben werden. Auch Werner Owczarczak hatte sein Ohr an der Masse: „In der Bürgerschaft wird das AWH das AWH bleiben“ , sagte er, gab aber gleichfalls zu bedenken, dass „Bürgerhaus“ 18-mal von den Einwohnern vorgeschlagen worden sei.

Entsprechung für AWH gesucht
Dem Bauausschussvorsitzenden Peter Bode (Brandschutz) gefiel der Vorschlag „Technisches Rathaus“ am besten. Er würdigte zudem die Versuche einiger Bürger, eine Entsprechung für die Abkürzung AWH zu finden. Beispielsweise „Alles-wird-gut-Haus“ , „Aller- Welt-Haus“ , „Aller Wert Haus“ , „Aller Werk Haus“ und „Altwertehaus“ . Vorschläge wie „Marktschlösschen“ , „Spatz“ (für Spremberger Altstadt- und Touristenzentrum), „Schmuckkästchen“ , „Heidezentrum“ „Marktblick“ , „Spreegold“ und „Marktperle“ bewiesen, dass viele Bürger das neue Haus am Markt trotz aller Diskussionen um die Kosten und die Gestaltung schon ins Herz geschlossen haben. Doch in die „Kommode“ , so ein weiterer Vorschlag, zur Stadtverordnetenversammlung und anderen wichtigen Veranstaltungen einzuladen, damit hatten einige Bauausschussmitglieder Bauchschmerzen. Seriös müsse der Name schon sein. Dass hatte auch das Team der Altstadtsanierungsgesellschaft so gesehen, und deshalb eine Liste negativer Namen fürs AWH außer Konkurrenz und ohne die Nennung der Häufigkeit aufgeführt. Auf dieser Negativ-Liste stehen unter anderem „Stadtgefängnis“ , „Das grüne Elend von Spremberg“ , „Sarkophag“ , „Glassarg“ , „Schild-Bürgerhaus“ und „Palazzo Prozzo“ .

Zwei Abstimmungsrunden
Andreas Lemke (SPD) schlug schließlich vor, das „Technische Rathaus“ mit zu den Favoriten der Beschlussvorlage zu stellen. Und weil eigentlich nur die Bauausschussmitglieder ihre Hand zu Empfehlungen in diesem Gremium heben dürfen, die Meinung der sachkundigen Einwohner den Ausschussvorsitzenden aber auch interessierten, ließ Peter Bode am Montag gleich zweimal abstimmen: In der Runde der Ausschussmitglieder fanden sich zwei Stimmen für das „Bürgerzentrum“ , eine für das „Bürgerhaus“ , keine fürs „Spremberger Stadthaus“ und vier fürs „Technische Rathaus“ . Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die sachkundigen Einwohner: Vier Stimmen fürs „Technische Rathaus“ und jeweils eine Stimme für „Bürgerzentrum“ und „Bürgerhaus“ . Peter Bode zog die Augenbrauen hoch: Eigentlich eindeutig. Aber oha, wenn schon die Entscheidung im Bauausschuss so schwer falle, wisse er bereits jetzt, was in der Spremberger Stadtverordnetenversammlung los sein werde.