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Bauausschuss berät über Spremberger Friedhöfe

Spremberg. Wie auch immer die Debatte um die Spremberger Friedhöfe ausgehen wird: Sie bleiben ein Ort der Würde. Das versichert der Vorsitzende des städtischen Bauausschusses, Peter Reininger (CDU). René Wappler

"Niemand will derzeit Friedhöfe schließen", sagt er mit Blick auf das Rathaus-Konzept für die Anlagen und die sorgenvollen Briefe von Bewohnern am Georgenberg und im Stadtteil Cantdorf. "Derzeit sind einfach wahnsinnig viele Freiflächen übrig, und das Konzept soll dazu dienen, diesen Überhang zu minimieren." Eines stehe außer Frage: Wer einen geliebten Angehörigen verloren habe, brauche auch einen angemessenen Ort der Trauer.

Wie die Spremberger Rathaus-Mitarbeiterin Doritha Drews mitteilt, werden sich die Ortsbeiräte in diesem Jahr mit der Frage befassen, welche Grabarten auf den Friedhöfen nötig sind. Dabei orientieren sie sich an der Zahl der jeweiligen Bestattungen pro Jahr im Ortsteil. Auch die Gestaltung der Friedhofsflächen und Ideen für das freie Gelände in den Anlagen stehen zur Diskussion.

Vier Beispiele stellte Sachgebietsleiterin Doritha Drews am Montagabend im Bauausschuss vor:

Der Friedhof in Bühlow weist demnach eine Fläche von 3340 Quadratmetern auf, wovon 264 Quadratmeter tatsächlich benötigt werden, bei einer einzigen Bestattung im Jahr 2016. In der Anlage existieren fünf Familiengräber, 17 Erdreihengräber und neun Urnengräber.

In Terpe kam es im Jahr 2016 zu vier Bestattungen. Der Friedhof erstreckt sich über 6130 Quadratmeter, bei einer benötigten Fläche von 550 Quadratmetern. Er beherbergt 65 Erdreihengräber und 18 Urnengräber, dafür jedoch kein Familiengrab.

Der Friedhof Schwarze Pumpe Nord belegt insgesamt 4823 Quadratmeter, wovon 1004 Quadratmeter benötigt werden. Im Jahr 2016 wurden sechs Verstorbene beerdigt. Es gibt drei Familiengräber, 25 Erdreihengräber und 65 Urnengräber.

Von den 12 060 Quadratmetern des Friedhofs Schwarze Pumpe Süd werden wiederum 2484 Quadratmeter benötigt. Die Rathaus-Mitarbeiter registrierten dort im Jahr 2016 insgesamt 22 Bestattungen. Der Friedhof umfasst 13 Familiengräber, 31 Erdreihengräber, 196 Urnengräber und 109 Gemeinschaftsanlagen.

Der Bauausschuss-Vorsitzende Peter Reininger gab am Montagabend während der Konferenz im Bürgerhaus zu bedenken: "Viele Veränderungen, über die wir heute reden, werden manche von uns vielleicht nicht mehr erleben, da wir hier über einen Zeitraum von 25 bis 35 Jahren sprechen." Nun sei die Kreativität der Ortsbeiräte gefragt.

Der Ortsvorsteher von Sellessen, Hardy Kordian (SPD), zeigt sich nach der Bauausschuss-Runde vom Montag erst einmal beruhigt. "Ich gehe davon aus, dass tatsächlich keine Schließung im Raum steht."