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Bauausschuss berät erneut über umstrittenen Gedenkstein in Terpe

Dieter Freißler will den Gedenkstein in den Ort zurückholen.
Dieter Freißler will den Gedenkstein in den Ort zurückholen. FOTO: wr
Spremberg. Die bewegte Geschichte des Kriegerdenkmals in Terpe bekommt ein weiteres Kapitel: In der nächsten Woche widmen sich die Mitglieder des Spremberger Bauausschusses der Frage, ob es doch noch eine Heimat an seinem alten Platz bekommen wird. Im Juli 2014 weihten die Einwohner den Stein ein, den ein Handwerker vorher restauriert hatte, und zunächst stand er wie einst an seinem ursprünglichen Ort in der Dorfstraße. René Wappler

Doch dann störten sich mehrere Kommunalpolitiker an der Inschrift "Zur Erinnerung an die Kriege" mit den Jahreszahlen 1864, 66, 70-71, 1914-18 und 1939-45. Tenor der Kritiker: Nicht der Kriege sollten die Einwohner von Terpe gedenken, sondern der Opfer. Zudem fehlte eine offizielle Genehmigung: Der Stein befand sich auf städtischem Grundstück. Also ließ Ortsvorsteher Dieter Freißler das Denkmal eher widerwillig entfernen, und er sagte: "Von den Stadtverordneten will ich in Zukunft nichts mehr hören, was diesen Stein betrifft."

Doch das letzte Wort ist nicht gesprochen. Die Mitglieder des Bauausschusses werden am Montag über einen neuen Antrag verhandeln, der vorsieht, das Denkmal erneut an der Dorfstraße aufzustellen. Allerdings dieses Mal ohne den Hinweis auf die beiden Weltkriege von 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945, die erst später eingemeißelt wurden. Damit würden die Einwohner von Terpe den Stein also wieder in seinen Originalzustand versetzen.

Immerhin erklärt der Fachbereichsleiter im Spremberger Rathaus, Thomas Lehmann, dieses Mal: "Seitens der Stadtverwaltung bestehen keine Einwände." So sei es inzwischen durchaus möglich, dass der Stein den gewünschten Platz auf dem stadteigenen Grundstück erhält. "Ein entsprechender Pflegevertrag wird abgeschlossen, im Übrigen verweisen wir auf den Antrag des Heimatvereins", erläutert Thomas Lehmann. Zudem verweist er darauf, dass der Ortsbeirat dem Antrag einstimmig beigepflichtet hat.

Für das Entfernen der umstrittenen Jahreszahlen hat der Heimatverein in Terpe die Kosten übernommen. Zugleich trägt sich der Ortsbeirat mit einer weiteren Idee: dem Neubau einer Gedenkstätte für die Opfer beider Weltkriege aus Terpe. Das Geld dafür soll wiederum von der Stadt kommen. Ob die Mehrheit der Spremberger Stadtverordneten diesem Ansinnen zustimmen werden, steht noch nicht fest.