Die Lausitzer Energie- und Bergbau AG (Leag) sucht mit großen Anstrengungen nach neuen Ideen für ihre wirtschaftliche Zukunft nach dem politisch verordneten Ende der Kohleverstromung in Deutschland. Die Neuausrichtung war ein dominierendes Thema bei der traditionellen Barbara-Feier am Mittwochabend in Schwarze Pumpe. „Wir haben mehr als ein Dutzend neuer Geschäftsfelder etabliert“, sagte der Leag-Vorstandsvorsitzende Helmar Rendez bei dem Fest für die Schutzpatronin der Bergleute in der Hauptwerkstatt in Schwarze Pumpe.

Schwarze Pumpe

Als Beispiele für die Neuausrichtung der Leag nannte Helmar Rendez das imposante Batteriespeicherprojekt in Schwarze Pumpe, den Aufbau eines Eisenbahnverkehrsunternehmens oder die Etablierung virtueller Kraftwerke im deutschen Stromnetz. Rendez kündigte auch an, dass am Kraftwerk Jänschwalde in eine neue Energie- und Verwertungsanlage investiert werden soll. Das braunkohleunabhängige Vorhaben auf der Grundlage von Ersatzbrennstoffen war am Mittwoch dem Leag-Aufsichtsrat vorgestellt worden.

„Brandenburg wird weiter Druck machen, dass das Strukturstärkungsgesetz für unsere Lausitz möglichst schnell durchkommt“, kündigte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Schwarze Pumpe an. „Das ,Ja’ zum Kohleausstieg 2038 ist aber ganz klar mit einem ,Ja’ zur Strukturstärkung in der Lausitz verbunden.“

Woidkes Amtskollege aus Sachsen Michael Kretschmer (CDU) forderte mit scharfen Worten Verlässlichkeit von der Berliner Politik. „Es ist nicht in Ordnung, dass jetzt wieder von anderen Jahreszahlen die Rede ist. Dieser Kohlekompromiss 2038 gilt und nicht eher“, rief Kretschmer den Bergleuten zu.