Von Marcel Laggai

Schweres Gerät ist dieser Tage im Spremberger Steigerweg nötig. Grund sind Stahlträger und Betonplatten, die von einem mobilen Baukran und tatkräftigen Händen an die richtige Stelle gehievt werden. Das entstehende Gestell dient künftig als Grundgerüst für insgesamt zwölf Balkone. Diese werden nicht etwa erneuert, sondern völlig neu am Häuserblock entstehen, wie André Zink, geschäftsführender Vorstand bei der Spremberger Wohnungsgenossenschaft (SWG), berichtet.

„Damit heben wir nicht nur den Wohnstandard unser Mieter, sondern machen die Wohnungen gleichzeitig noch attraktiver für potenzielle Interessenten“, erklärt Zink die Intention hinter den Baumaßnahmen. Dabei kam die Idee, den Wohnkomplex aus den 60er-Jahren durch Balkone aufzuwerten nicht etwa von der SWG selbst. Vielmehr seien vermehrt Mieter an die Genossenschaft herangetreten, mit der Bitte um mögliche Balkone, heißt es vom geschäftsführenden Vorstand.

Da so ein Umbau mit einem gehörigen Kostenaufwand verbunden ist, musste die Geschäftsführung zuvor allerdings erst einmal über den Wunsch der Mieter beraten. „Schließlich muss man die nötigen Finanzmittel kalkulieren und schauen, ob die Jahresplanung diese Investition überhaupt hergibt“, erklärt der diplomierte Wirtschaftsingenieur. Laut Zink immerhin 200 000 Euro, die das Vorhaben benötigt.

Dabei ist das erforderliche Geld eine Sache, doch das Organisieren der nötigen Baufirmen eine andere, wie Sieglinde Gieschke versichert. „Die Auftragsbücher sind bei vielen Unternehmen so dermaßen voll, dass wir uns mit dem Baubeginn nach ihnen richten mussten“, erinnert sich die technische Leiterin.

Insgesamt fünf unterschiedliche Gewerke aus der Region sind an der aktuellen Modernisierung beteiligt. Es mussten beispielsweise Durchbrüche für die Balkontür geschaffen, neue Heizkörper angebracht, Fundamente für die Stahlträger gelegt oder Malerarbeiten erledigt werden. Trotz der vielen „Köche“ kam es im Zuge der unterschiedlichen Arbeiten zu keinen Komplikationen oder Verzögerungen. „Den Zeitplan von knapp zwei Monaten werden wir wohl einhalten, sodass unsere Mieter demnächst den Blick ins Grüne auf ihren Balkonen genießen können“, versichert André Zink und beteuert gleichwohl, „dass die Mieten im Zuge dessen nur moderat erhöht werden.“ Konkrete Zahlen nennt er nicht.

Eindeutig äußert sich der Vorstand hingegen zu weiteren Baumaßnahmen im Bestand der Genossenschaft. „Bereits im September geht es in der Alma-Riedel-Straße 2 mit den Modernisierungsarbeiten weiter“, sagt Zink. Auch dieses Objekt werde einen Balkonanbau erhalten und zudem stehe eine Sanierung der Fassadenrückseite auf dem Plan. Durch die gekoppelten Arbeiten plant die Spremberger Wohnungsgenossenschaft dort mit Ausgaben in Höhe von circa 115 000 Euro.

„Wie auch schon im Steigerweg, sind für den Umbau am Altbau in Alma-Riedel-Straße knapp zwei Monate angelegt.“ Darüber hinaus werde die SWG sukzessive auch weitere Gebäude im Bestand mit unterschiedlichen Baumaßnahmen aufwerten, was zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht 100-prozentig spruchreif sei, erklärt André Zink.