ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:56 Uhr

Bahn beharrt beim Gleis-Problem auf Vorschrift

Das Aussteigen bleibt nur auf Gleis Eins erlaubt – selbst wenn es Weichenprobleme gibt.
Das Aussteigen bleibt nur auf Gleis Eins erlaubt – selbst wenn es Weichenprobleme gibt. FOTO: René Wappler
Spremberg. Nach einer Lösung für den fehlenden Übergang zwischen den Gleisen auf dem Bahnhof wollte der Spremberger Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze (CDU) suchen. Doch die Mitarbeiter der Bahn erteilten ihm jetzt eine Absage: Aus rechtlichen Gründen sei das Passieren der Gleise nicht möglich. René Wappler

Das heißt zugleich: Auch in Zukunft besteht die Gefahr, dass Züge bei Weichenstörungen einfach durch Spremberg brausen, statt ausnahmsweise auf Gleis Zwei zu halten - wie es zum Beispiel im vergangenen Dezember passiert war. Damals konnten die Passagiere erst in Schleife aussteigen, weshalb viele von ihnen eine Stunde zu spät in Spremberg eintrafen.

Zu Beginn dieser Woche fand das Gespräch zwischen dem früheren Spremberger Bürgermeister und den Mitarbeitern des Bundesbahnamtes statt. Klaus-Peter Schulze zieht ein ernüchtertes Fazit: "Wenn zum Beispiel auf Gleis Zwei ein Zug halten würde, dürften die Passagiere nur über einen Tunnel oder eine Brücke hinüber zum Gleis Eins laufen - so lautet nun einmal die Vorschrift." Doch solche Bauten sind auf dem Spremberger Bahnhof nicht vorgesehen.

In einem anderen Fall sahen sich die Mitarbeiter der Deutschen Bahn sogar gezwungen, eine öffentliche Erklärung herauszugeben: In Biberach nutzten viele Passagiere den Weg zwischen Gleis Eins und Zwei als Abkürzung - der jedoch für Reisende geschlossen war. In der Mitteilung der Bahn hieß es: Das unberechtigte Betreten von Gleisen sei "verboten und darüber hinaus lebensgefährlich". Bei einmaligem Überqueren der Anlage müsse der Passagier mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung rechnen. Falls er die Vorschriften dennoch weiter ignoriere, drohe ihm auch eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Eisenbahnverkehr.