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| 13:43 Uhr

Nach Aufruhr bei Facebook bestätigt Polizei
Keine Tote, aber mutmaßliche Vergewaltigung am Stausee

 Am gegenüberliegenden Ufer des Spremberger Stausees soll bei Bagenz eine Frau Opfer einer Vergewaltigung geworden sein.
Am gegenüberliegenden Ufer des Spremberger Stausees soll bei Bagenz eine Frau Opfer einer Vergewaltigung geworden sein. FOTO: Frank Hilbert
Bagenz. Was war los am Stausee bei Bagenz? Das diskutieren Menschen auf Facebook hinsichtlich der mutmaßlichen Vergewaltigung einer Frau. Von einer Toten und beteiligten Ausländern ist die Rede. Erst auf Nachfrage reagieren Staatsanwaltschaft und Polizei. Von Frank Hilbert

Es sei keine tote Frau am Stausee gefunden worden, stellen Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung klar. Richtig sei jedoch, dass die Polizei wegen des Verdachts einer Vergewaltigung am Stausee, die am 3. April begangen worden sein soll und am 8. April angezeigt wurde, gegen Unbekannt ermittelt.

In diesem Zusammenhang seien auch „Umfeldermittlungen in der Jugendherberge“ geführt worden.

Bagenz: Falschmeldungen über tote Frau bei Facebook

Falsch sei hingegen die Behauptung in den sozialen Netzwerken, zwei Flüchtlinge hätten nicht kooperiert und seien geflohen.

Man stehe noch am Anfang der Ermittlungen, sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon auf RUNDSCHAU-Nachfrage bezüglich näherer Umstände zur Tat und dem Opfer. Es hätten sich jedoch keine Ausländer in besagter Jugendherberge aufgehalten.

Ausgangspunkt der Diskussionen bei Facebook war eine anonyme Sprachnachricht, in der von der Vergewaltigung und einer toten Frau am Stausee bei Bagenz die Rede war. Das hat zu einer teilweise aufgeheizten Stimmung in diversen Facebook-Gruppen geführt.

Gruppe soll in Bagenz „Ausländer raus“ gerufen haben

Diese hat dann offenbar am Mittwochabend zu einer Aktion am Stausee geführt, auf die in besagter Pressemitteilung ebenfalls eingegangen wird. Gegen 22 Uhr habe sich laut Polizei eine Personengruppe der Jugendherberge in Bagenz genähert. Die Unbekannten seien vermummt gewesen, trugen teilweise Baseballschläger sowie Zaunlatten und warfen pyrotechnische Erzeugnisse auf das Grundstück. Dabei sei jedoch niemand verletzt worden.

Wie die Polizei weiter mitteilt, hätten Zeugen angegeben, dass lautstark die Parole „Ausländer raus“ gerufen wurde, bevor sich die Gruppe in unbekannte Richtung entfernte.

Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen unter Einsatz eines Polizeihubschraubers hätten dann „zeitnah zur Ergreifung von sieben Tatverdächtigen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren“ geführt, heißt es weiter. Die Personen seien vorläufig festgenommen genommen worden. Weitere Ermittlungen habe die Kriminalpolizei der Direktion Süd übernommen.

Vermummte randalieren vor Bagenzer Herberge