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| 17:30 Uhr

Aber: Einwohernzahl in Spremberg sinkt
Babyboom in Spremberg hält an

Einwohner Spremberg
Einwohner Spremberg FOTO: Stadt Spremberg / LR
Spremberg. Trotzdem sinkt die Einwohnerzahl der Stadt wieder unter 23 000 Menschen.

Im Gegensatz zu einigen Umlandgemeinden hält in der Stadt Spremberg der Babyboom an. Nach 171 Neugeborenen im Jahr 2016 konnte 2017 mit 202 Babys die 200er-Marke geknackt werden. Nach 153 Neugeborenen 2006 lagen die Spremberger Geburtenzahlen viele Jahre um 160. Doch die jüngsten Spremberger, die in den Kliniken in Cottbus, Hoyerswerda oder Forst geboren werden, können das Sinken der Einwohnerzahl  wenig abfedern, bedauterte Vize-Bürgermeister Frank Kulik in der Bauausschusssitzung am Montag.

Den 202 Geburten standen mit 344 wieder besonders viele Sterbefälle gegenüber. Doch der Saldo zugunsten der Sterbefälle falle naturgemäß negativ aus. Lediglich 2007 sei es mit minus 98 nur zweistellig gewesen, sonst liegt dieses Saldo in Spremberg deutlich über 100.

Mehr ärgerte Frank Kulik das Saldo zwischen Zuzügen und Wegzügen. Von 2013 bis 2016 sei zumindest dieses Saldo zugunsten der Zuzüge ausgefallen. So standen im Jahr 2015 den 1153 Zuzügen 963 Wegzüge gegenüber und für 2016 genau 1446 Zuzüge 1304 Wegzüge, wobei die Eingemeindung von Hornow und Wadelsdorf in diese Zeit fiel. Nun hatte Spremberg im Jahr 2017 mit 715 Zuzügen und 824 Wegzügen wieder mehr Wegzügler als Zuzügler. „Ohne den Datenschutz zu verletzen, lasse ich gerade noch prüfen, ob wir die Gründe für die Wegzüge herausbekommen. Welche Altersgruppe ziehen weg, welche Altersgruppen kommen zu uns“, so Kulik.

Ein erste Vergleich in der Entwicklung der Einwohnerzahl nach Altersgruppen sagt, dass die Gruppe der 66-jährigen und älteren Bürger im Vergleich zu 2016 um 72 auf 5797 Einwohner gestiegen ist. Auch bei den Null- bis 15-Jährigen gab es einen Zuwachs von 52, wogegen die Gruppe der 16- bis 65-Jährigen um 411 Einwohner kleiner wurde. Dass die Zahl der Kinder nicht um die Geburtenzahl von 202 stieg, sondern nur um 52 lässt vermuten, dass auch Familien Spremberrg verlassen haben. Aber über die genauen Ergebnisse der angeschobenen Analyse der Zu- und Wegzüge will Frank Kulik in einer der nächsten Bauausschusssitzungen informieren.

Gründe zur Freude fand er trotzdem noch  „Ganze 50 Nationen leben in Spremberg friedlich miteinander“, stellt Kulik zufrieden mit. Er konnte zwar nicht alle Nationen aufzählen, das verbiete schließlich der Datenschutz, wenn nur einzelne Menschen dieser Nation in Spremberg leben und die nackte Zahl somit zugeordnet werden könnte. Aber das inzwischen 93 Polen in der Stadt Spremberg leben, habe ihn schon überrascht. Die seien ihm bisher immer „durchgeflutscht“. Denn in der Regel entwickelt die Stadt Spremberg beziehungsweise der Landkreis Spree-Neiße die Statistiken zu der Herkunftsländern, wenn es um die Zahlen der Flüchtlinge geht. So lebten im vierten Quartal des Jahres 2017 auch 185 Syrer, 131 Russen – meist kommen sie aus Tschetschenien – und 95 afghanische Einwohner in Spremberg.

Mit gerade einmal drei Prozent sei der Anteil ausländischer Mitbürger sehr gering in der Stadt Spremberg. 154 von ihnen kommen aus europäischen Staaten und 533 aus Ländern anderer Kontinente. Von den insgesamt 687 ausländischen Mitbewohnern sind 446 erwachsen sowie 241 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.