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| 15:37 Uhr

Ausstellung
Die „Lebenswege“ zweier Künstler

Museumsleiter Eckbert Kwast, Landrat Harald Altekrüger und Aussteller Ronny Sommer (v.l.n.r.) kommen bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Lebenswege“ miteinander ins Gespräch.
Museumsleiter Eckbert Kwast, Landrat Harald Altekrüger und Aussteller Ronny Sommer (v.l.n.r.) kommen bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Lebenswege“ miteinander ins Gespräch. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Großer Bahnhof herrscht zur Eröffnung der Sonderausstellung im Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg. Von Martina Arlt

Mehr als 70 Besucher sind in einem sehr gemütlichen Flair im Spremberger Festsaal des Kulturschlosses des Landkreises Spree-Neisse begrüßt worden. Denn das Museumsteam um Eckbert Kwast vom Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg lud zu einem besonderen Höhepunkt ein: Im Rahmen der 14. Museumsnächte im Lausitzer Museenland öffnete die Sonderausstellung „Lebenswege“ in Spremberg.

Die musikalische Begleitung übernahmen Simone Gehlsdorf und Charly Bambor. Zu diesem Termin konnte auch Landrat Harald Altekrüger begrüßt werden. Bei dieser Präsentation wurden zwei Künstler auf ihren Wegen mit ihren Werken dargestellt.

Zum einen sind es die 56 Arbeiten von der Volkskünstlerin Sigrid Bolduan, deren Lebensweg beendet ist. Der 46-jährige Ronny Sommer zeigt dagegen 15 Arbeiten aus seinem aktuellen künstlerischen Schaffen – vorrangig Holzskulpturen. Beruflich ist der Spremberger im Rettungsdienst als Notfallsanitäter tätig. Doch in seiner Freizeit beschäftigt er sich leidenschaftlich gern mit der Holzbildhauerei. Erste Anfänge seiner künstlerischen Tätigkeit gehen in das Jahr 2000 zurück. Auch einige Jahre später beschäftigt er sich immer noch gern mit dem Werkstoff Holz, entwickelt Ehrgeiz und will immer professioneller werden.

„In seiner heimischen Werkstatt gestaltete Ronny Sommer nicht nur Kunstwerke, sondern schaffte sich somit auch einen Ausgleich zu seiner schweren körperlichen und vor allem seelischen beruflichen Tätigkeit“, sagt Eckbert Kwast in seiner Laudatio. Beim Anfertigen seiner Kunstwerke verwendet er nicht Holz, das „von der Stange“ kommt, sondern bevorzugt verwachsene, abgespaltene oder verdrehte Stücke. Auch die Orte, an denen die Bäume wachsen, variieren. Darunter sind Obstbäume an seinen ehemaligen Wohnorte in Spremberg, eine Kastanie aufs dem Gelände des Spremberger Krankenhauses, Strandgut, aber auch eine Eiche, die er sich aus der Toskana organisierte. Daraus entstanden nun Kunstwerke.

Wenn Sigrid Bolduan noch unter uns wäre, könnte sie zu ihren Bildern lange Geschichten erzählen. Doch dieses Talent hat sie offenbar an ihre Kinder weitergegeben und so hielt Tochter Anja Schaller am Samstagabend die Laudatio zu den Arbeiten ihrer Mutter. Sigrid Bolduan wäre in diesem Jahr 85 Jahre alt geworden.

„Seitdem meine Mutter in Spremberg wohnte, widmete sie sich gern dem Brauchtum und dem Leben der Sorben“, erzählt Schaller. Die Künstlerin trat der Domowina bei. In der Sprache ihrer Kunst zeigte sie die Schönheit der Lausitz, sie  porträtierte gern Mädchen und Frauen in ihren Trachten.

Bolduan beteiligte sich an unzähligen Pleinairs und Ausstellungen. Den Sinn für die Kunst und das Handwerk gab sie an die nachfolgende Generation weiter. „Uns Kindern und Enkelkindern bleibt ihre einzigartige, ausdrucksstarke Kunst, ihr Optimismus und ihre Hartnäckigkeit, Neues zu erschaffen, in Erinnerung“, sagt Schaller.

Diese Sonderausstellung ist noch bis zum 11. November 2018 in Spremberg zu sehen. Die Vernissage fand im Rahmen der Museumsnacht statt. Noch bis zum 23. September gibt es Aktionen in den Museen und Kultureinrichtungen im Landkreis Spree-Neiße.

Nach der Ausstellungseröffnung machten es sich die Gäste noch zu abendlicher Stunde gemütlich und ließen sich von Mario Storzer bei einem Glas Wein musikalisch unterhalten. Für das leibliche Wohl sorgten die Museumsmitarbeiter Romy Walther, Anita Gruner und Jutta Albrecht.