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Geschichte eines Spielzeugs
Ausstellung stellt Puppenhäuser vor

Besucher schauen sich mit Freude die detaillreichen Puppenstuben aus den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten an. ⇥Foto: Anja Guhlan
Besucher schauen sich mit Freude die detaillreichen Puppenstuben aus den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten an. ⇥Foto: Anja Guhlan FOTO: Anja Guhlan / LR
Spremberg . Spremberger Museumsleiter Eckbert Kwast freut sich vor allem über Exemplar aus dem Jahr 1948.

Mit festlichen und modernen Weihnachtsliedern und Gedichten eröffneten am Sonntag sechs Schüler der Klasse 5a der Grundschule Kollerberg die Weihnachtsausstellung, die sich in diesem Jahr dem Thema „Puppen und Puppenstuben vergangener Zeiten“ widmet. Auch Ric Rafael Reinhold, der zu diesem Anlass erstmals den neuen Flügel im Festsaal des Heidemuseums bespielen konnte, begeisterte die rund 90 Gäste mit klassischen Melodien.

Museumsleiter Eckbert Kwast, der sich besonders freut, diese Ausstellung am ersten Advent eröffnen zu können, führt ins Thema ein: „Gespielt wurde an Weihnachten schon immer“, sagt er. „Da passt die Ausstellung gut in die Adventszeit hinein.“ Die Idee kam vor zwei Jahren auf, seitdem wurden Exponate gesammelt. 16 Puppenstuben aus verschiedenen Jahrhunderten sind nun ausgestellt. Eckbert Kwast freut sich besonders über ein Exemplar, das aus dem Jahr 1948 stammt und mit verfügbaren Materialien aus der Nachkriegszeit gefertigt wurde. Die Vorgänger der Puppenstuben waren Nachbauten von Wohnhäusern zu Präsentationszwecken. Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde mit solchen Stuben gespielt.

Die Puppenhäuser im Spremberger Museum verdeutlichen nicht nur einen Wandel des Wohnstils, sondern geben auch ein anschauliches Bild von bäuerlichen bis zum bürgerlichen Familienleben. Stephanie Tonke aus Bernsdorf ist begeistert. Die 37-Jährige besucht mit ihrer Familie die Ausstellung. „Am Ende ist für jeden Geschmack und für jede Erinnerung etwas dabei. Und es kommen auch Inspirationen, die eigene Puppenstube wieder zu benutzen“, sagt sie. Auch die Kinder Armin (8) und Carlotte (7), die sich einige Puppenstuben ansehen, strahlen. Noch nie haben sie so altes Spielzeug gesehen. Bei Jutta Heinze aus Spremberg schlägt das Oma-Herz höher. „Da werden zum einen eigene Kindheitserinnerungen wieder wach, zum anderen finde ich es schön, wenn solches Spielzeug heute noch Einzug in die moderne Welt findet.“ Sie selbst hat noch einen alten Kaufladen von 1910 in ihrem Besitz.

Eckbert Kwast appelliert an die Gäste, alte Spieltraditionen wieder zu beleben, statt Kinder nur am Smartphone spielen zu lassen. Puppenstuben mit ihren kleinen Details eigneten sich da hervorragend, da sie Kinder spielerisch an das Leben heranführen und die große Welt in Klein abbilden.

Besichtigt werden kann die Sonderausstellung „Puppen und Puppenstuben vergangener Zeiten“ noch bis zum 14. Januar zu den regulären Öffnungszeiten des Niederlausitzer Heidemuseums im Spremberger Schloss. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei Euro und ermäßigt zwei Euro.