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| 16:20 Uhr

Leihgaben von Privatpersonen
Ausstellung beleuchtet die Nöte der Kriegszeit

Eine junge Besucherin schaut sich nachdenklich die Exponate der historischen  „Nagelbretter“ an. Diese sind ein Teil der Ausstellung  „Heimatfront“ und verdeutlichen unter anderem die Folgen des Ersten Weltkrieges.
Eine junge Besucherin schaut sich nachdenklich die Exponate der historischen „Nagelbretter“ an. Diese sind ein Teil der Ausstellung „Heimatfront“ und verdeutlichen unter anderem die Folgen des Ersten Weltkrieges. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Spremberger Museum zeigt Exponate noch bis zum 19. August.

Die derzeitige Sonderausstellung „Heimatfront – Der erste Weltkrieg und seine Folgen für die Region“ im Niederlausitzer Heidemuseum ist nur durch Leihgaben vieler Privatpersonen und Museen der Umgebung zustande gekommen. Das berichtet Museumsleiter Eckbert Kwast. „Nach 100 Jahren gibt es nicht mehr allzu viel Material“, erläutert er. „Manche Erinnerung ging später in den Trümmern des Zweiten Weltkrieges verloren.“ Seit der Eröffnung der Ausstellung im Mai dieses Jahres besuchten laut dem Museumsleiter ungefähr 800 Personen diesen Einblick in die Vergangenheit. „Leider ist die Anzahl der besuchten Schulklassen oder Hortgruppen eher gering“, sagt Eckbert Kwast. „Gerade bei diesem Thema haben wir uns mehr von Schülergruppen versprochen. Aber es muss ja auch immer in den jeweiligen Lehrplan passen.“

So können Besucher auf der einen Seite das verklärte Heldentum mit den Pickelhauben betrachten, viel mehr jedoch über das Elend während des Krieges erfahren. Zum Beispiel sind zwei Bücher des in Spremberg geborenen Schriftstellers und Arztes Dr. Theodor Malade ausgestellt, der über seinen ersten Frontaufenthalt berichtete.

Auch Jugendbücher, die bereits zur Propaganda genutzt wurden oder die bisherigen Ereignisse darstellten, sind ausgestellt. Ebenso sind zwei sehr persönliche Familienschicksale anhand von einigen Originaldokumenten nachzuvollziehen. Zudem sieht der Besucher, wie die Preise in der Heimat stiegen und die Lebensmittel rationiert wurden.

Auch die Knappheit an Brennstoffen dominierte zunehmend. Dazu kam die Geldentwertung. Immer mehr Frauen arbeiteten in der Rüstungsindustrie. Ein ausgestelltes Foto zeigt eine große Gruppe an Frauen, die in Spremberg ab dem Jahr 1915 das Großkraftwerk Trattendorf mit Kriegsgefangenen errichteten.

Darüber hinaus wird das Sammeln von Spenden mittels so genannter „Nagelbretter“ in einer Ecke der Sonderausstellung näher gebracht: An Schultüren oder Torbögen wurden Bretter mit einem kriegerisch-heroischen Motiv aufgehängt. Die Einschlagstelle jedes Nagels war vorgelocht. Die Spende pro Nagel schwankte zwischen zwei und fünf Pfennigen. Das Geld floss an gemeinnützige Vereine.

Besichtigt werden kann die Sonderausstellung „Heimatfront – der Erste Weltkrieg und seine Folgen“ noch bis zum 19. August zu den regulären Öffnungszeiten des Niederlausitzer Heidemuseums im Spremberger Kulturschloss. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei Euro und ermäßigt zwei Euro.

Museumsleiter Eckbert Kwast weist darauf hin, dass auch zum diesjährigen Heimatfest vom 10. bis 12. August die Sonderausstellung besucht werden kann.