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| 02:50 Uhr

Aussichtsturm am Felixsee braucht ein Dach

Der Blick auf den zugefrorenen Felixsee vom Aussichtsturm aus. Das Holz ist ohne Dach der Witterung seit 2004 schutzlos ausgesetzt.
Der Blick auf den zugefrorenen Felixsee vom Aussichtsturm aus. Das Holz ist ohne Dach der Witterung seit 2004 schutzlos ausgesetzt. FOTO: Frank Hilbert
Felixsee. Im Winter lohnt es sich besonders, die Stufen des Aussichtsturms am Felixsee hinaufzuklettern. Nancy Sauer, Leiterin der Geschäftsstelle des Geoparks Muskauer Faltenbogen: "Da erkennt man die Struktur des Faltenbogens besonders gut, weil die Laubbäume in den Tälern kahl sind. Annett Igel-Allzeit

" Doch der Turm braucht dringend eine Modernisierung, sagt Uwe Eppinger, Baufachbereichsleiter in der Amtsverwaltung Döbern-Land. 2004 war er gebaut worden. "Warum damals ohne Dach, kann ich gar nicht sagen. Aber dadurch ist das Holz komplett der Witterung ausgesetzt. Wasser, Wind, Sonne. Dass dann mit den Jahren das Holz nicht nur nicht mehr schön aussieht, sondern auch Teile der Stufen abbrechen und sich die Besucher beschweren, ist kein Wunder." Bereits 2014 wurde im Rahmen eines Interreg-Projektes ein Gutachten erstellt. Auch ein Instandhaltungskonzept gehörte gleich dazu. Mit dem neuen Interreg-Antrag unter dem Titel "Unesco Geopark Muskauer Faltenbogen - gemeinsames Erbe des deutsch-polnischen Grenzraumes" soll die Mängel endlich behoben werden. Fünf Partner sitzen dafür jetzt in einem Boot: der Geopark Muskauer Faltenbogen, der Landkreis Spree-Neiße, derfür das Projekt verantwortlich zeichnet, der Staatliche Forst Polen, die Stadtgemeinde eknica und nun auch die Gemeinde Felixsee. Ende Januar hatte die Gemeinde Felixsee den Grundsatzbeschluss gefasst, dem Interreg-Antrag als fünfter Partner beizutreten. Der Aussichtsturm, der inzwischen das Wahrzeichen der Region ist, steht auf dem Gebiet des Ortsteils Bohsdorf.

Wie Eppinger erläutert, soll der Tum ein Dach bekommen, das ihn künftig besser vor der Witterung schützt. Zugleich sollen die entstandenen Mängel beseitigt und auch der Regenwasserabfluss am Fuße des Bauwerkes saniert werden.

Die Tafeln, das so Nancy Sauer, könnten bei der Gelegenheit gleich erneuert werden. "Es ist neues Wissen über den Faltenbogen dazugekommen, zugleich wollen wir die Besucher moderner ansprechen, mehr grafisch darstellen, statt mit viel Text zu überlasten. Und nicht nur in deutscher Sprache soll das zu lesen sein, sondern im Sinne des grenzüberschreitenden Projektes auch auf Englisch und Polnisch", erläutert sie.

Hoffnung, dass das Projekt durchgeht, hat Nancy Sauer: "Alle Partner haben sich umfangreich eingebracht. Ich bin unheimlich froh darüber, dass wir in der Zusammenarbeit jetzt dieses Level, dieses Vertrauen erreicht haben", sagt sie. Der Staatliche Forst Polen will zum Beispiel den Geopfad so erweitern, dass endlich ein Rundweg daraus wird. eknica plant im Ort, den Radweg zu sanieren und mit Papierkörben, Bänken und Tafeln zu möblieren. Sogar ein Fahrradverleih mit Elektrorädern soll entwickelt werden.

Im April wird zum Antrag entschieden. Bis dahin, so Nancy Sauer, sind Zuarbeiten möglich. Geht der Antrag durch, könnte die Modernisierung des Turms noch Ende 2017 beginnen. Das gesamte Projekt soll bis Juni 2020 verwirklicht werden.

Zum Thema:
Die Gemeinde Felixsee muss für die Sanierung des Aussichtsturms einen Eigenanteil in Höhe von 21 400 Euro stemmen und hofft deshalb weiter auf Spenden. Beim Benefizkonzert im Sommer waren 1500 Euro zusammengekommen. Fürs Programm hatten sich der Stadtchor Weißwasser, der Kirchenchor Hornow, die Weskower Blasmusikanten, der Volkschor und die Lustigen Musikanten aus Döbern, der Preschener Volkschor und die Liedertafel Briesnig gewinnen lassen. Zudem hatten der Dorfklub Bohsdorf und Ortsvorsteher Dieter Lehmann einen Kuchenbasar organisiert. Das Vorhaben soll 140 000 Euro kosten, mit dem Interreg-Antrag hoffen die Partner auf eine Förderung von bis zu 85 Prozent.