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| 17:30 Uhr

Unfall mit Leag-Transporter
Polizist erlöst Kuh mit der Dienstwaffe von ihren Qualen

Dreibeinige Warnschilder wurden für die Autofahrer zwischen Spremberg und Proschim aufgestellt. 
Dreibeinige Warnschilder wurden für die Autofahrer zwischen Spremberg und Proschim aufgestellt.  FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Terpe/Proschim. Etwa 30 Kühe sind aus einem Agrarbetrieb im Kreis Spree-Neiße ausgebrochen. Einem Tier wird der Zusammenstoß mit einem Mannschaftstransporter des Energiekonzers Leag zum tödlichen Verhängnis. Die Polizei hilft bei der Suche nach dem ausgebüxten Vieh. Von Annett Igel-Allzeit und Frank Hilbert

Wie fängt man eine ausgewachsene Mutterkuh wieder ein? Selbst das wollte die Rösch-Gruppe am Donnerstag nicht mehr erklären. Dass rund 30 Mutterkühe von einer ihrer Weiden zwischen Terpe und Proschim ausgebüxt sind, das wurde der Polizei noch am Mittwochabend gegen 23 Uhr gemeldet.

Seitdem gilt Kuh-Alarm auf der Strecke zwischen Spremberg und Welzow. Rot-weiße Schilder auf drei Beinen warnen am Straßenrand der Betriebsstraße der LMBV und auch direkt vor der Rinderanlage in Terpe Ausbau die Autofahrer. Ob sie tatsächlich vor Kühen warnen, ist ungewiss. Ein Bauarbeiter mit Schippe ist auf den Warnschildern zu sehen. Und Baustellen gibt es derzeit sowohl auf der LMBV-Betriebsstraße als auch auf der Rinderanlage in Terpe Ausbau. Aber es könnten auch Rinder auftauchen.

Mannschaftstransporter rammt Mutterkuh bei Schwarze Pumpe

Dass eine ausgewachsene Mutterkuh kein Pappenstiel ist, dass bekam am Donnerstagmorgen der Fahrer eines Mannschaftstransportwagens des Bergbauunternehmens Leag zu spüren. Gegen 5.40 Uhr war er mit den Kollegen der Frühschicht, die um 6 Uhr beginnen sollte, vom Industriepark Schwarze Pumpe aufgebrochen.

Seit dem Umzug der einstigen Tagesanlagen „Am Schacht Drei“ nach Schwarze Pumpe gehören die längeren Touren zum Schichtwechsel, die Kollegen der Frühschicht werden zum Tagebau Welzow-Süd gebracht, die Kollegen der Nachtschicht abgeholt.

Kühe (dieses Foto ist ein Symbolbild und zeigt nicht die Kühe aus dem Agrarbetrieb in Spree-Neiße) auf der Flucht: Etwa 30 Tiere sind aus einem Hof ausgebüxt, die Polizei half am Donnerstag bei der Suche nach ihnen.
Kühe (dieses Foto ist ein Symbolbild und zeigt nicht die Kühe aus dem Agrarbetrieb in Spree-Neiße) auf der Flucht: Etwa 30 Tiere sind aus einem Hof ausgebüxt, die Polizei half am Donnerstag bei der Suche nach ihnen. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert

Gegen 5.46 Uhr, das bestätigt die Polizei, kam es auf der Werkstraße zum Zusammenstoß mit einer der ausgebüxten Mutterkühe. Da war es noch dunkel und streckenweise nebelig. „Menschen wurden nicht verletzt“, versichert Leag-Sprecher Thoralf Schirmer, „die Frühschicht hat daraufhin eine halbe Stunde später begonnen, und der Schaden an unserem Fahrzeug hält sich in Grenzen. Wäre die Kuh mit einem Pkw zusammengestoßen, hätte das etwas anders ausgesehen.“

Polizist erlöst Kuh mit der Dienstwaffe von ihren Qualen

Auf etwa 1000 Euro schätzt die Polizei nach ersten Erkenntnissen den Fahrzeugschaden. Die Transporter der Leag haben kräftige Reifen, da sie auch im Tagebaugelände gut vorankommen müssen. Der Kuh wurde das zum Verhängnis. Sie war bei dem Zusammenstoß so schwer verletzt worden, dass sie von einem der Polizisten, die zur Unfallaufnahme in die Werkstraße kamen, mit der Dienstwaffe von ihren Qualen erlöst werden musste.

Bereits in der Nacht soll der in Proschim ansässige Agrar-Betrieb versucht haben, die Kühe einzufangen. Da die Tiere in der Dunkelheit auf Scheinwerferlicht sehr schreckhaft reagieren, lief diese erste Aktion ins Leere. Nach Sonnenaufgang wurde die Suche fortgesetzt.

Die Polizei half und gab eine Verkehrswarnmeldung heraus. So konnte im Laufe des Vormittags ein Großteil der Herde eingefangen werden. Die Suche nach den wenigen noch fehlenden Tieren werde laut Polizei nun durch den Agrarbetrieb selbstständig fortgesetzt. Autofahrer sollten zwischen Spremberg und Welzow vorsichtig bleiben.