Mit dem Sprung übers Arschleder Studierende und Auszubildende in den Stand des Bergmanns zu erheben, ist ein alter Brauch. Studenten der Bergakademnie Schemnitz in der heutigen Slowakei sollen ihn um 1848 ins Leben gerufen haben. „Es ist wie ein Sprung in eine neue Welt“, sagt Jörg Waniek, Vorstandsmitglied für Personal der Lausitz Energie Bergbau AG und der Lausitz Energie Bergbau AG.

Zum 16. Mal wurde der Ledersprung am Freitag im Industriepark Schwarze Pumpe zelebriert. Über 360 Gäste, darunter viele Auszubildende und ihre Eltern, erlebten mit, wie Stefan Schmidt, William Fischer, Lars Krüger, Florian Kossack und Tobias Reuter über das Arschleder sprangen. Sie hatten im Vorjahr ihre Ausbildung zum Industriemechaniker beziehungsweise zum Mechatroniker mit besten Leistungen abschließen können, haben sich aber auch als Klassensprecher, in der Arbeitssicherheit, beim Unterstützen anderer Azubis oder im internationalen Azubi-Austausch engagiert. So waren Stefan Schmidt und Tobias Reuter in Frankreich, Florian Kossack in Norwegen. Alle fünf sind als Jungfacharbeiter übernommen worden, William Fischer will ein Studium beginnen.

Arschleder ist schon ziemlich voll

Gemeistert haben sie den Sprung nach dem Bergmannsschnaps mit Bravour. Sie trugen sich in die Chronik der Besten ein und fanden auch noch Platz für ihre Unterschrift auf dem Arschleder. Seit 16 Jahren wird das selbe Leder für dieses Ritual in Schwarze Pumpe verwendet, doch langsam wird es eng. Einst gehörte das Leder zur Arbeitskleidung der Bergleute. Es half gegen Nässe und dass der Hosenboden nicht so schnell durchgewetzt wird. Heute ist es noch an den Paradeuniformen zu sehen.