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| 02:49 Uhr

Ausbilden gegen Ärztemangel

Zum hoffnungsvollen Nachwuchs im Spremberger Krankenhaus gehören (von links) Maria Bergholz, Isabell Gröger, Emely Knox, Bianca Heisler und Johanna Leschke. Im Oktober 2016 haben sie ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin hier begonnen.
Zum hoffnungsvollen Nachwuchs im Spremberger Krankenhaus gehören (von links) Maria Bergholz, Isabell Gröger, Emely Knox, Bianca Heisler und Johanna Leschke. Im Oktober 2016 haben sie ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin hier begonnen. FOTO: KH Spremberg
Spremberg. Das Spremberger Krankenhaus ist auf dem Weg, seinen Ruf als beliebteste Klinik in Ostdeutschland (Krankenkassen-Umfrage 2016) zu verteidigen. Aber eine Geburtsstation, so Geschäftsführerin Kathrin Möbius gegenüber den Stadtverordneten, werden die Spremberger nicht zurückbekommen. Annett Igel-Allzeit

Das sei aus der Krankenhausgesellschaft heraus nicht zu stemmen, erklärt sie. Sie habe Hochachtung vor den drei Hebammen gehabt, die hier nach Schließung der Geburtsstation zehn Jahre lang ein Geburtshaus geführt hatten. Gescheitert seien sie an den hohen Versicherungsprämissen. Es werde derzeit alles zentralisiert. Der Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete Raik Nowka (CDU), der aus dem Sozialausschuss des Landtages berichten konnte, nickte. "Wir müssen aufpassen, dass es für kleine Krankenhäuser wirtschaftlich nicht noch schwerer wird." "Für uns ist jetzt wichtig, die operative Fachabteilung zu erhalten", sagt Kathrin Möbius.

Eine wichtige Nachricht in dieser Woche war deshalb, dass das Endoprothetik-Zentrum am Krankenhaus Spremberg die erneute Zertifizierungsüberprüfung erfolgreich bestanden hat. Der Spremberger Chefarzt Uwe Zillich und der Cottbuser Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Martin Zoepp hatten im Vorjahr 208 Hüftge lenks endoprothesen implantiert, womit sie beweisen, dass sie Routine haben und Qualität sichern.

Mit Chirurgie, Innerer Medizin, Gynäkologie, Anästhesiologie/ Intensivmedizin sowie Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik gibt es in Spremberg fünf Fachrichtungen unter einem Dach. Es ist ein Krankenhaus der Akutversorgung, sichert neben der Psychiatrischen Tagesklinik in Spremberg die Tagesklinik in Guben. Es ist rundum für Diabetes-Patienten geeignet.

Im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Poliklinik GmbH, dessen gemeinnütziger, privater Träger die Krankenhausgesellschaft ist, seien inzwischen keine Praxisräume mehr frei. Zum 1. September werde das MVZ noch um eine onkologische Fachpraxis von Dr. Karin Heinig erweitert. Kathrin Möbius sucht einen zweiten MVZ-Standort. Den Tipp, sich das Ärztehaus in Schwarze Pumpe unter dem Gesichtspunkt anzuschauen, nahm sie mit.

Im MVZ arbeiten elf Arzthelferinnen und sechs Ärzte, begonnen hatte es 2014 mit vier Arzthelferinnen und drei Ärzten. Im Spremberger Krankenhaus sind 39 Ärzte beschäftigt. Die Mitarbeiter im Pflegedienst blieben 2016 konstant bei 137. Zugleich ist das Krankenhaus ein wichtiger Ausbilder. Neben 16 Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege, zwei angehenden Kaufleuten und einer jungen Frau, die zur medizinischen Fachangestellten im MVZ ausgebildet wird, absolvieren 13 junge Mediziner am Krankenhaus ihre Facharztweiterbildung: vier für Psychiatrie, jeweils zwei für Viszeralchirurgie und Innere Medizin und fünf für Allgemeinmedizin.

Damit versuche das Krankenhaus, den Ärztemangel in der Region zu lindern, so Kathrin Möbius. Es bestehe Hoffnung, dass die Fachärzte nach ihrem Abschluss eine Stelle im Krankenhaus antreten oder es ihnen hier so gefällt, dass sie eine Niederlassung wagen.

Zum Thema:
Zwei Drittel der 21,1 Millionen Euro Kosten des Spremberger Krankenhauses im Jahr sind Personalkosten und sieben Millionen Euro Sachkosten, die auch regionalen Unternehmen helfen. Mit den Betriebskosten von 733 772 Euro müssen unter anderm Wasser, Strom, Fernwärme, Gas und Öl bezahlt werden. Aber auch die Wäscherei Spremberg und Bäckereien profitieren zum Beispiel vom Spremberger Krankenhaus. 35 000 Brötchen, so die Geschäftsführerin Kathrin Möbius, kauft das Krankenhaus im Jahr.