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| 01:11 Uhr

Aus Feldstein, voller Lebensfreude oder von Schinkel

Spremberg / Hornow.. Der Förderkreis „Alte Kirchen Berlin-Brandenburg“ hat in diesem Jahr wieder eine Broschüre „Brandenburgische Dorfkirchen laden ein“ herausgegeben. Annett Igel

Als das Heft dieser Tage auch in der Touristinformation in Spremberg eintraf, machte Regina Stein vom Fremdenverkehrsverein „Region Spremberg“ eine freudige Entdeckung: „Unsere Kirchen sind diesmal auch drin.“ Gemeint hatte sie damit die Kreuzkirche als „spätgotische Hallenkirche mit reichhaltiger Barockausstattung“ , die ehemalige Wendische Kirche (besser bekannt als das Gemeindehaus der Kreuzkirchengemeinde) „1834/35 nach Entwurf von Schinkel errichtet“ , und die Auferstehungskirche Zur Auferstehungskirche schreiben die Autoren der Broschüre: Feldsteinkirche des 13. Jahrhunderts, Turm aus dem 17. Jahrhundert, 1988 im Dorf Pritzen, das der Braunkohlegewinnung zum Opfer fiel, abgebaut, Wiederaufbau in Spremberg bis 1994.
Auch die Hornower dürfen sich freuen: Ihre dem Heiligen Martin gewidmete Kirche steht im Verzeichnis zwischen der Dorfkirche in Hoppenrade im Havelland und der Ihlower Dorfkirche in Märkisch Oderland. Feldsteinkirche aus dem 13./14. Jahrhundert, Umbau 1901, Altaraufsatz von 1581, Ausstellung über Heilige Anna in der Kirche, Turmausstellung über Heilkräuter der Region - das ist in Stichworten zur Hornower Kirche zu erfahren.
Das Vorwort zu diesem Kirchenführer durch das Land Brandenburg hat übrigens Ministerpräsident Matthias Platzeck geschrieben, und das gar nicht so schlecht: „Sakralbauten zählen mit zu den ältesten geschichtlichen Hinterlassenschaften in Brandenburg. Oftmals liegen viele dieser Dorfkirchen abseits und fast versteckt. Sie geben Nachricht von einer anderen Zeit. Romantik und Gotik hinterließen ihre Spuren. Kleine Feldsteinkirchen weisen auf die Kargheit des Lebens hin. Aber wer vermutet überschäumende barocke Lebensfreude in unseren Kirchen? Die Italiensehnsucht, die schon Goethe beschrieb, findet hier ihre baulichen Entsprechung. Die großen preußischen Baumeister Schinkel und Persius schufen nicht nur berühmte Profanbauten. Auch kleinste Dorfkirchen zeugen von ihrem Können“ - wie eben das Gemeindehaus der Kreuzkirchengemeinde.
Fotos oder gar größere Geschichten über die Spremberger Kirchen gibt es in der Broschüre noch nicht. Aber Regina Stein ist da zuversichtlich: „Wenn man einmal einen Ansprechpartner hat. . .“ Trotzdem ist das Heft interessant für alle Freunde von Kirchenbauten. So wird der Wiederaufbau am Beispiel der Dorfkirche Potsdam-Neuendorf beschrieben, geht es durch frühe Dorfkirchen zwischen Brandenburg und Pommern, ist vom Totenkronenbrauch zu lesen und von Herzensbildern. Eine Orgelwerkstatt wird besucht und ein Storchennest. Und etwas Kartenwerk enthält der brandenburgische Kirchenführer auch.

Weitere Informationen zur Broschüre und zum Förderkreis erhalten Interessierte unter der Internet-Adresse www.altekirchen.de. Und die Broschüre „Brandenburgische Dorfkirchen laden ein“ ist in der Touristinformation am Spremberger Marktplatz erhältlich.