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Auf Tuchfühlung mit Energie

Marcel Baude und Tim Kruse standen assistiert von Stefan Scharfenberg (v.r.) den Achtklässlern Rede und Antwort.
Marcel Baude und Tim Kruse standen assistiert von Stefan Scharfenberg (v.r.) den Achtklässlern Rede und Antwort. FOTO: Anja Brautschek
Spremberg. Die Fußballprofis Marcel Baude und Tim Kruse haben sich am Mittwoch den Fragen von Achtklässlern der Berufsorientierten Oberschule Spremberg gestellt. Anja Brautschek

Große Aufregung im Klassenraum der Berufsorientierten Oberschule (BOS) in Spremberg: Zwei Fußballer des FC Energie Cottbus werden erwartet. Im Rahmen des Projektes "Zeitung in der Schule" (Zisch) sind die Schüler der Klasse 8c in die Rolle des Journalisten geschlüpft und haben ein Interview mit Marcel Baude und Tim Kruse geführt.

Pünktlich mit dem Pausengong versammeln sich die Schüler im Klassenzimmer. Fanschals und ein T-Shirt mit Energielogo auf einem Tisch in der Mitte des Raumes empfangen den Rechtsverteidiger Marcel Baude (27) und Mittelfeldspieler Tim Kruse (34) sowie Medienkoordinator Stefan Scharfenberg. Für das Interview waren die Schüler bestens vorbereitet. "Wir haben uns schon am Tag zuvor einige Fragen ausgedacht und sind diese noch einmal gemeinsam mit der Klasse durchgegangen", erzählt Emily Nowak. Mit Papier und Stiften bewaffnet, beginnen die Schüler zunächst etwas zögerlich mit ihren Fragen.

Neben den sportlichen Aspekten, den Zielen des FC Energie Cottbus sowie Kaderänderungen interessiert die Jugendlichen besonders der Alltag eines Profifußballers. Wie lange wird trainiert? Haben Profifußballer ein Idol? Was war bislang die schlimmste Verletzung? Offen stehen die Energiespieler Rede und Antwort. Auf die Frage, wie es nach der Fußball-Karriere weitergeht, sagt Marcel Baude: "Ich habe Abitur an einer Sportschule gemacht und danach ein Studium für Sport, Rehabilitation und Fitness begonnen. Für den Fußball habe ich das Studium unterbrochen und würde es dann gerne wieder aufnehmen." Teamkollege Tim Kruse hingegen möchte nach dem Profifußball eine Ausbildung zum Physiotherapeuten angehen.

Gespannt hören die Schüler zu, als Marcel Baude über Strafen fürs Zuspätkommen erzählt. "Es gibt eine Mannschaftskasse, in die jeder einzahlen muss, wenn er gegen bestimmte Regeln verstößt. Diese werden intern in der Mannschaft geregelt. Damit haben der Trainer oder Verein nichts zu tun." Wegen der guten Trainingsbedingungen in Cottbus, der Herausforderung "Wiederaufstieg" und dem Umfeld in der Stadt wechselten beide im vergangenen Sommer zum FC Energie. "Als ich die Stadt zum ersten Mal gesehen habe, musste ich nicht lange überlegen. Ich bin hier im Moment sehr glücklich", so Kruse.

Doch die Schüler wollten auch die negativen Seiten des Fußballs kennenlernen: "Was denken Sie über die Entwicklung der Fankulturen?" Marcel Baude betont, wie wichtig Fans sind. Nach einem Tor vor der Nordwand bejubelt zu werden, sei ein unbeschreibliches Gefühl. "Dass Fans auch mal Kritik äußern oder am Zaun zu Diskussionen auffordern, gehört dazu. Alles andere hat für mich im Stadion nichts zu suchen."

Mit viel Wissen und ein paar Einblicken in das Privatleben der Fußballer verabschieden sich die Achtklässler. Ein Erinnerungs-Selfie mit den Fußballern darf dabei allerdings nicht fehlen. "Die beiden waren total chillig", freut sich Emily Nowak über dieses Erlebnis.

Zum Thema:
"Zisch" ist ein gemeinsames Projekt der LAUSITZER RUNDSCHAU mit EnviaM. Ziel ist es, Medienkompetenz an die Schüler zu vermitteln. Es werden darüber hinaus verschiedene Projektstunden angeboten. Neben dem Interview mit dem FC Energie Cottbus kann auch ein Elek trofahrzeug entdeckt oder das Medienhaus in Cottbus erkundet werden.