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| 18:21 Uhr

Vor Ort im Niederlausitzer Heidemuseum
Das Sprembergsche am Heimatfest

 Von Hagen Rittel als Spremberger Nachtwächter – hier Jürgen Hübner alias Harri Piel – gibt es ein neues Bild. Gemalt hat es Thoralf Böhnisch.
Von Hagen Rittel als Spremberger Nachtwächter – hier Jürgen Hübner alias Harri Piel – gibt es ein neues Bild. Gemalt hat es Thoralf Böhnisch. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. RUNDSCHAU vor Ort im Schloss: Stadtverwaltung denkt nach, und Museumsleiter schlägt das Jahr 2026 vor. Von Annett Igel-Allzeit

Was spricht dagegen, im Jahr 2026 mal wieder größer Heimatfest zu feiern? 725 Jahre urkundliche Ersterwähnung der Stadt könnten mit üppigerem Umzug oder neuem Lauermann-Spektakel bejubelt werden. Eckbert Kwast hat das mutig vorgeschlagen, als die RUNDSCHAU am Donnerstag zur Vor-Ort-Veranstaltung ins Schloss eingeladen hatte. Der Fachleiter des Niederlausitzer Heidemuseum, der mit vielen Helfern die Sonderausstellung „Als Lauermann noch sein Unwesen trieb – Zur Geschichte der Spremberger Heimatfeste“ zusammengetragen hat, weiß, was es in der Geschichte bedeutete und heute heißt, ein Heimatfest vorzubereiten. Deshalb brachte er nicht 720 Jahre urkundliche Ersterwähnung, die 2021 gefeiert werden könnten, ins Spiel. Dass auch die Stadtverwaltung bereits über neuen Schwung beim Heimatfest nachdenkt, versichert Frank Kuhlee, Sachgebietseiter für Kultur, Sport und Jugend im Rathaus.

Zur Gesprächsrunde im kühlsten Raum des Museums unter den Augen von Herzog Heinrich waren Jürgen Hübner alias Harri Piel, Hagen Rittel alias Nachtwächter Kulke und die Fest-Koordinatorin und Spreenixen-Mutter Cornelia Hansche gekommen. Klaus Löser, Enkel des einstigen Nachtwächter-Darstellers Richard Löser, war da. Steffi Hergert, Spreenixe 2012/2013, diskutierte mit. Ute König, Enkelin des letzten Besitzers des Ausfluglokals „Bergschlösschen“, steuerte Ideen bei. Und Thoralf Böhnisch hat es sich in den Kopf gesetzt, alle Spremberger Originale auf eine moderne Weise zu malen. Sein erstes Bild zeigt den musikalischen Nachtwächter mit harlekinesken Zügen.

Es sind tatsächlich besondere Rollen, die Sprembergs Figuren spielen. Cornelia Hansche: „Da, wo sie auftreten, bildet sich sofort eine Menschentraube.“ Dass bei der Rollenverteilung einst mit Rainer Scheudeck nicht lange diskutiert wurde, erzählt Jürgen Hübner. „Zum Glück lebte meine Mutter noch. Sie, Jahrgang 1923, konnte mir von den Streichen Piels erzählen. Aber das mit der Brücken-Sprengung, das müssen wir stets richtigstellen: Das war nicht Piel, das war Kulke.“ Hübner genießt den Piel in sich: „In der Rolle des Hofnarren kann man sich einiges getrauen zu sagen. Und es wird auch gehört, was sonst nicht so ginge.“ Seine 100-jährigen Geschichten im Spremberger Amtsblatt geben ihm Kraft, mit den Wirren der Gegenwart klar zu kommen – früher war vieles eben nicht anders.

Neben ersten Vorschlägen für ein Heimatfest mit mehr regionalen Aspekten – auch der Burgparty wird nachgetrauert, weil sie Minister aus dem fernen Potsdam anlockte – gibt es Ideen, die Jugend einzubeziehen. Doch wer zeigt jungen Spremberger Rappern, wie der Terpsche Sauerkraut-Tanz geht?

 Von Hagen Rittel als Sprembergers Nachtwächter – hier Jürgen Übner alias Jürgen Hübner – gibt es ein neues Bild. Gemalt hat es Thoralf Böhnisch.
Von Hagen Rittel als Sprembergers Nachtwächter – hier Jürgen Übner alias Jürgen Hübner – gibt es ein neues Bild. Gemalt hat es Thoralf Böhnisch. FOTO: Detlef Bogott