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Auf der Baustelle der Oberschule

Frank Jannack hilft den Oberschülern, eine neue Internetseite für die Schule aufzubauen.
Frank Jannack hilft den Oberschülern, eine neue Internetseite für die Schule aufzubauen. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Die Berufsorientierende Oberschule Spremberg hat eine Baustelle. Ihr Bauleiter ist der Cantdorfer Tüftler Frank Jannack, der schon mit der Spremberger Roboter-AG überregional Aufmerksamkeit erzeugt hat. Jetzt trifft er sich jeden Mittwoch mit einigen Oberschülern. Denn der Internetauftritt der Schule schreit nach einer grundhaften Sanierung. Annett Igel-Allzeit

Mehr Pepp, mehr Farbe und mehr Informationen, die Schüler interessieren, müssen rein, finden sogar die Lehrer. Der Aufruf zum Schuljahresbeginn war deutlich: "Ihr könnt die drei rumwursteln lassen (und hinterher meckern), oder euch selbst Gedanken machen und diese mit uns besprechen." Immerhin: Aus drei wurden sechs Schüler, die sich am Mittwoch nach dem Mittagessen an den Rechnern des Medienkabinetts trafen.

Azad Nayir und Johannes Lohrenz aus der 10 b suchen Fotos von der Schule zusammen, helfen sich gegenseitig beim Schreiben der Texte zu den Bildern. Und weil die zwei schon in ihrem letzten Schuljahr an der BOS stecken, will Dennis Hutorni aus der 8 b noch möglichst viel von ihnen lernen.

Aimée Riemer ist als ein einziges Mädchen in der Gruppe ein bisschen genervt, dass Frank Jannack von ihr lieber ein "Denkerbild", eine Zeichnung von denkenden Schülern will. Klar, Mädchen sind immer irgendwie für das Schöne verantwortlich. Aimée aber findet Informatik hochspannend.

Benni Nielsen aus der 7 b sitzt begeistert neben Maximilian Zschornack aus der 9 b. Sie versuchen, gemeinsam weiterzukommen. Benni bringt Erfahrungen aus dem Computerkurs in der Kollerberggrundschule mit. "Da haben wir schon gelernt, mit HTML Internetseiten zu bauen." Hypertext Markup Language ist die Sprache, mit der das Grundgerüst einer Internetseite geschrieben wird.

Frank Jannack hilft Aimée und den Jungs, in den Links zu den Themen Gerüste zu hinterlegen. Fürs Programmieren hat sich Contao aufgedrängt. Dieses Content Management System ist frei im Internet erhältlich, erklärt Jannack. Er hat den Schüler dazu sogar ein Buch von Peter Müller empfohlen. "Das verstehen sogar Kinder", ermutigt er und lacht, weil Johannes stöhnt.

Doch manchmal seufzt auch Jannack. Trotz des schulweiten Aufrufs fehlt es an Ideen allein für den Inhalt. "Klar habe ich da Vorstellungen, aber ich will nicht alles vorgeben", sagt Jannack. Johannes: "Wir brauchen mehr Ideen - von Schülern wie Lehrern." Reicht es, Vertretungsplan, Speiseplan, die Fotos vom Skilager auf die Seite zu stellen? Wollen sich hier die Arbeitsgemeinschaften und Sportgruppen vorstellen? Filmrezensionen sind denkbar, müssten aber gepflegt werden. Ist Platz gewünscht für eigene Gedichte, Comics, Videos?

Die Termine und auch die Berufsorientierung als Profil der Schule müssen aufgepeppt werden. Johannes findet es wichtig, dass die Internetseite auch auf Smart- und i-Phones lesbar ist: "Wenn man im Stress auf dem Schulweg morgens noch einmal schnell auf den Vertretungsplan gucken will", erklärt er. Aimée wünscht sich, dass die Lehrer ein Bild von sich reinstellen: "Letztens hatten wir Vertretung bei einer Lehrerin, die wir als Siebtklässler noch nicht kannten. Mit dem Bild auf der Internetseite hätten wir zumindest nach der Stunde mal nachschauen können, wer sie ist", erzählt Aimée.

Maximilian will einfach fröhlichere Farben. Und Dennis wünscht sich ein Chat-System, in dem man über Hausaufgaben oder neue Songs quatschen kann.

Vielleicht haben sogar Eltern Ideen, hofft Jannack. Auf der Baustellenseite hat er ein kleines Tagebuch zur AG eingerichtet. Und von der Suche nach einem "Denkerbild" erzählte er jetzt der Kunstlehrerin. "Wir brauchen mehr Ideen - von Schülern wie Lehrern."