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| 02:53 Uhr

Atomkraftgegnerin schreibt ihr erstes Kinderbuch

Autoren, Atomkraft- und Kohlegegner: Alexander und Sybille Tetsch aus Proschim mit ihrem Kinderbuch-Manuskript.
Autoren, Atomkraft- und Kohlegegner: Alexander und Sybille Tetsch aus Proschim mit ihrem Kinderbuch-Manuskript. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Proschim. "Alte Geheimnisse und andere Geschichten vom Lande" heißt der Titel des ersten Kinderbuches der Proschimer Autorin Sybille Tetsch. Das Werk soll am morgigen Freitag, 21. November, erscheinen. Torsten Richter-Zippack / trt1 trt1

"Darin spielen sonst eher unscheinbare Phänomene eine Hauptrolle", erklärt die 43-Jährige. "Die Geschichten handeln aus Garten, Feld, Wiese und Wald." So habe Sybille Tetsch aufgeschrieben, wie ein Starenpaar einen jungen Kuckuck großzieht oder was eigentlich ein Igel träumt. Die Tiere seien übrigens bereits auf dem Buchtitel wiederzufinden.

"Es ist mein erstes Buch" sagt die Proschimerin. Rund ein Jahrzehnt habe sie an den Geschichten geschrieben. Immer wieder verbessert, ergänzt, weggelassen. "Irgendwann musste ich einen Schlussstrich ziehen. Und das ist jetzt passiert." Sybille Tetsch wäre nicht Sybille Tetsch, wenn sie nicht das bereits nächste Buch in der "Pipeline" hätte. Wieder ein Werk für Kinder. Diesmal allerdings zu einem wesentlich ernsteren Thema. "Es handelt sich um ein kindlich aufbereitetes Buch über die Atomenergie", verrät die Autorin schon mal. Die Markteinführung sei für den Herbst 2015 vorgesehen.

Wer sich den Lebenslauf der jungen Frau genauer betrachtet, dürfte sich nicht wundern, dass sich die gelernte Forstarbeiterin ausgerechnet mit der Kernkraft auseinandersetzt. "Ich habe schließlich 15 Jahre in Niedersachsen gelebt, als Journalistin gearbeitet und im Wendland meinen Mann kennengelernt", erinnert sie sich. Gleich um die Ecke befinde sich das Dorf Gorleben, in dessen unmittelbarer Umgebung das gleichnamige Atommülllager liegt. Bereits seit Jahren engagiere sich das Paar gegen die dortigen radioaktiven Transporte sowie gegen Pläne, Gorleben zu einem nuklearen Endlager auszubauen.

Seit Kurzem wohne das Ehepaar im Proschimer Elternhaus von Sybille Tetsch. Direkt am Eingang symbolisiert ein gelbes Kreuz den Widerstand. Diesmal allerdings weniger gegen das Atommülllager im Wendland, sondern gegen die geplante Erweiterung des Braunkohlentagebaus Welzow-Süd. Käme diese Grube, wäre der Ort Proschim verloren.

"Wir bemühen uns an einer Vernetzung der Atommüll- und Kohlegegner", sagt Alexander Tetsch, der aus dem Wendland stammt. Der Niedersachse ist ebenfalls Journalist und Autor. Vor Kurzem erschien sein Werk über die Nachwirkungen der Atomkatastrophe in Fukushima vom März 2011.

Zum Thema:
Das neue Buch von Sybille Tetsch wird am Sonnabend, 6. Dezember, in Spremberg präsentiert. Los geht es dann um 15 Uhr im Spielhaus Reuter in der Dresdner Straße.