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Arbeitslosenverband Forst informiert über Döberner Tafel

Döbern. Das Angebot der Tafel in Döbern ist zum Gegenstand der öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses der Stadtverordnetenversammlung Döbern geworden. Auslöser waren Schilderungen sachkundiger Einwohner, Bürger und Stadtverordneter, wonach das Angebot in Döbern schlechter sei als in Forst und in Spremberg, erläuterte die Vorsitzende des Fachausschusses, Christina Sabo (Die Linke). B.M.

"Die Frage ist, wie können wir helfen", so Sabo. Sie hatte Sylvia Schneider, Leiterin der Arbeitslosen-Service-Einrichtung des Arbeitslosenverbandes in Forst, zu der Ausschusssitzung eingeladen.

Und die sprach sofort den Knackpunkt an: "Das Problem in Döbern ist, dass hier nur ein Lebenmittel-Discounter die Tafeln offiziell unterstützt, und das ist Lidl", erklärte Schneider und fügte an: "Das, was wir hier in Döbern an die aktuell 24 Bedarfsgemeinschaften verteilen, kommt überwiegend aus Forst. Wir versorgen drei Ausgabestellen. Das sind Forst, Döbern und Guben. Dafür sind wir täglich unterwegs, kümmern uns um Lebensmittel-Spenden, holen sie ab, sortieren und verteilen sie." Die Zahl der Bedürftigen nehme zu. Zugleich sei saisonal allgemein das Angebot an frischem Obst und Gemüse knapp, wies die Leiterin der Arbeitslosen-Service-Einrichtung Forst auf weitere Faktoren hin, die es schwer machen, das zusätzliche Angebot der Tafeln zu sichern. Allein in Forst gebe es mehr als 40 Asylbewerber-Bedarfsgemeinschaften mit mehr als 86 Kindern. "Wir haben zu tun, für alle genug ranzuholen", so Schneider. Dennoch sei die Versorgung für die Bedürftigen auch an der Tafel in Döbern gesichert. "Die Leute gehen immer mit zwei vollen Beuteln raus und haben sich bei uns noch nie beschwert."

In Forst würden die Lebensmittel so aufgeteilt, dass sie für die Bedarfsgemeinschaften in Forst, Guben und Döbern, die der Verband in seinen Unterlagen führt, das Nötigste sichern. Was dann noch in Döbern vom Discounter dazu kommt, sei schwer kalkulierbar. "Wir wissen nicht, was übrig ist und uns zum Verteilen zur Verfügung gestellt wird", schilderte Sylvia Schneider und wies ausdrücklich darauf hin, dass die Tafeln ein zusätzliches Angebot sind und nicht der Vollversorgung von Hartz-IV-Empfängern mit Lebensmitteln dienen können.

Daraufhin hieß es aus dem Ausschuss, das sei auch nicht infrage gestellt worden, sondern das Angebot an sich.

Es sei auch in Guben und in Forst so, dass nicht immer alles da ist, was man im Supermarkt in den Regalen sieht, erwiderte Schneider. "Auch in Forst gibt es nicht immer Bananen. Wir sehen immer zu, dass alle dasselbe bekommen, aber manchmal reicht es eben nicht für alle." Dann gebe es auch mal kein frisches Obst, dafür aber Brot, Brötchen, Wurst, Käse, Joghurt.

Sylvia Schneider lud die Stadtverordneten ein, sich selbst ein Bild davon zu machen, wie sich die Forster Arbeitslosen-Service-Einrichtung um Lebensmittel für die Tafel bemüht, das Aufteilen handhabt und sicherstellt, dass keiner übervorteilt wird. "Wir machen alles möglich, sogar Überraschungen wie Waschpulver. Gerne würden wir mehr machen, aber wir sind immer auf Spenden angewiesen."

Der Arbeitslosenverband Deutschland ist Träger der Tafeln. Derzeit sind bundesweit mehr als 850 Tafeln aktiv, in Berlin und Brandenburg um die 40. Dazu kommen rund 60 Ausgabestellen in Brandenburg.