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| 18:33 Uhr

Gemeindearbeiter reinigen Aussichtsturm
Antisemitischer Schriftzug am Felixsee entfernt

Felixsee. Bürgermeister erstattet nach Bericht eines Berliner Touristen Anzeige bei der Polizei.

Gemeindearbeiter haben den antisemitischen Schriftzug vom Aussichtsturm am Felixsee entfernt, den ein Tourist aus Berlin vor mehr als zwei Wochen bei einer Radtour entdeckte: Das Wort „Judenschwein“ prangte am Fuße des Turms auf dem Holz, aufgesprüht mit schwarzer Farbe. Bürgermeister Peter Rabe erstattete inzwischen nach eigenen Worten eine Anzeige bei der Polizei.

Der Verfassungsschutz des Landes Brandenburg hat in seinem Bericht für das Jahr 2017 mehrere antisemitische Delikte dokumentiert. Demnach prangte an einem Container für Gasflaschen in Cottbus den Schriftzug „Gas für Juden“ – ebenfalls in schwarzer Farbe. Die Identität der Täter ließ sich nach Angaben des Verfassungsschutzes nicht ermitteln. Ähnlich verhält es sich bei einem Fall aus Friedersdorf im Landkreis Dahme-Spreewald, wo im Juli 2017 antisemitische Schmierereien und Hakenkreuze entdeckt wurden.

Den Schriftzug am Felixsee hatte Ernst Achinger entdeckt, der regelmäßig die Region um den Muskauer Faltenbogen auf seinen Ausflügen erkundet. Er erklärt: „Der antisemitische Sprayer steht zweifellos für sich.“ Dennoch frage er sich, ob ein grundsätzlicher Zusammenhang zum vernachlässigten Zustand des Turms und des Felixsees besteht. „Als ich vor zehn Jahren zum ersten Mal in die Lausitz kam, waren der Turm und der See Anziehungspunkte der ganzen Gegend.“ Damals habe er beobachtet, dass viele Gruppen von Radfahrern die Region besuchten. Nun verkraute der See aber nach und nach, und wie der Turm werde auch der See immer unattraktiver für Gäste und Einheimische.

Bürgermeister Peter Rabe weist darauf hin, dass es sich bei dem See nicht um ein offizielles Badegewässer handelt. Zudem befinde es sich in der Obhut des Landes Brandenburg. Die Gemeinde könne den finanziellen Aufwand zur Pflege des Gewässers nicht tragen. Über den Zustand des Turms ärgert er sich jedoch ebenfalls. Bereits im März berichtete er von Randalierern, die Blitzableiter herausreißen, die Steine, Fernseher und andere Elektrogeräte die Stufen hinauftragen und nach unten werfen, die in der Nähe des Turms ganze Schutzhütten zerlegen und Schranken plattfahren. „Nach dem jüngsten Vorfall habe ich wieder einmal darum gebeten, dass die Polizei die Gegend am Turm öfter kontrolliert“, sagt Peter Rabe.

Erschrocken äußert sich der Fachbereichsleiter im Amt Döbern-Land, Uwe Eppinger, über den jüngsten Schriftzug am Aussichtsturm.  „Ich wüsste aber auch kein Patentrezept, das gegen solche Delikte hilft“ , sagt er.  „Wir können den Turm ja nicht rund um die Uhr überwachen lassen.“ Als einziges wirksames Mittel betrachtet er eine stärkere Präsenz von Polizeibeamten. Doch das sei derzeit nicht in Aussicht.