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| 15:35 Uhr

Sportveranstaltung
Anspruchsvolles Radspektakel

Auf die Plätze, fertig, los: Beim Start der Jedermann-Fahrer will jeder vorne mit dabei sein. Zehn Runden mussten gemeistert werden.
Auf die Plätze, fertig, los: Beim Start der Jedermann-Fahrer will jeder vorne mit dabei sein. Zehn Runden mussten gemeistert werden. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Radrennen führte am Sonntag mehr als 200 Sportler durch drei Spremberger Ortsteile. Von Anja Guhlan

Es ist nicht unbedingt das Mekka des Radsportes, aber Spremberg könnte mit seinen drei Ortsteilen Weskow, Sellessen und Haidemühl zu einem beliebten Rennstrecken-Ort aufsteigen. „Wir haben bewusst eine anspruchsvolle Strecke ausgewählt“, erklärt Roberto Demuth vom RK Endspurt 1909 Cottbus und Organisator des ersten Spremberger Rundstreckenrennens. Gleich am Start müssen die Radsportler einen Anstieg meistern, dann folgen zahlreiche Kurven und weitere Hügel. Die Streckenlänge beträgt 7,8 Kilometer. „Der Sellessener Berg ist als Anstieg besonders hart. Da muss man richtig in die Pedale treten“, erklärt Demuth. Das merken die rund 240 Radsportler, die an insgesamt fünf Rennen teilgenommen haben, am eigenen Leib.

So sitzt die neunjährige Mena Isberner vom Radsportverein Blankenfelde geschafft am Streckenrand. Sie ist gerade in dem Rennen der Altersklasse U 11 mitgefahren. „Das Rennen war ganz schön anstrengend. Besonders die Hügel haben mich geschafft“, meint die Radsportlerin, die seit etwa zwei Jahren Rennen fährt. Sie ist ganz zufrieden mit ihrer Leistung. Immerhin hat sie in ihrer Altersklasse bei den weiblichen Radsportlerinnen den zweiten Platz erreicht. Ihre Mutter Rebekka Isberner ist stolz auf ihre Tochter, fiebert am Streckenrand mit. „Ich hoffe immer, dass nichts passiert. Aber die Angst schiebe ich oft beiseite und feuere meine Tochter an und unterstütze sie.“

Auch der 14-jährige Niclas Zippan vom RSV 93 Königswusterhausen fand die Strecke „sehr anspruchsvoll“. Er meint: „Die Strecke ist wesentlich härter als viele andere Strecken in Brandenburg. Besonders die Hügel und die Höhenmeter von 300 Metern machen es schwierig“, kommentiert der Radsportler aus Königs Wusterhausen. Er erreicht dennoch den ersten Platz bei den männlichen U 15-Radlern. „Ich freue mich natürlich. Es ist schön, wenn sich das harte Training bezahlt macht“, meint er. Gerade vor solch einem Rennen fährt er gut 60 bis 80 Kilometer in der Woche, um zu trainieren.

Während bei der Jugend das Spremberger Rennen als Wertungsrennen zur Landesauswahl  deklariert wurde, ist es bei den Jedermann-Fahrern das inzwischen achte Rennen beim so genannten „Lausitz-Cup“. „Die Fahrer sammeln je nach Platzierung quasi Punkte über das ganze Jahr“, erklärt Roberto Demuth. Die Zuschauermengen halten sich beim Jedermann-Rennen, dem eigentlichen Hauptrennen, in Grenzen. Menschen, die am Streckenrand stehen, sind meistens Angehörige der Fahrer. So wie Simone Barthmann-Auer. Ihr Partner fährt für die Easytour Peitz beim Jedermann-Rennen mit. „Ich möchte das Hobby meines Partners gern unterstützen, es ist schon eine enorme Leistung, solch einen Sport auszuüben“, meint sie. Auch eine Leipzigerin steht am Streckenrand und filmt das Renngeschehen. „Meist werten wir dann das Rennen anhand der Filme nochmal aus“, meint die Besucherin, die die Strecke auch für anspruchsvoll hält: „Den hohen Anspruch merkt man bereits am langgezogenen Teilnehmerfeld. Meist fahren die Radsportler auf einem Haufen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.“

Die Haidemühler Anwohnerin Kerstin Huschga hat vom Radsport eigentlich keine Ahnung. Ihr wurde das Rennen direkt vor die Haustür platziert. Mit lauter Stimme feuert sie jeden Radsportler kräftig an: „Mit gefällt es, wenn wieder Action im Ort ist. Ein paar Nachbarn haben sich ja wegen der Straßensperrungen aufgeregt, mich persönlich stört das nicht, wenn wir damit Leute von außerhalb hierher ziehen und positiv wirken.“

Auch Heike Foremni und Ronald Richter haben es  sich in ihrem Garten mit kühlen Getränken gemütlich gemacht. Sie sind Radsportfans und verfolgen Radrennen gewöhnlich nur im Fernsehen: „Live ist so was natürlich noch viel besser und spannender“, meint Roland Richter. Heike Foremni wird manchmal Angst und Bange, wenn die Radsportler mit fast 70 Kilometern pro Stunde angerast kommen und sich eine Kurve nähert. Bis auf einen etwas schlimmeren Sturz eines Radsportlers beim Jedermann-Rennen in einem Kreisverkehr sind alle Rennen unfallfrei verlaufen.

Roberto Demuth zieht vom Rennverlauf her ein durchweg positives Fazit. „Wir sind zufrieden. Die Sportler konnten sich hier erstmals ausprobieren. Viele von ihnen mochten die anspruchsvolle Strecke, weil es eben fordert. Aber wir wollen intern das Rennen nochmal intensiv auswerten, bevor wir entscheiden, ob es ein zweites Spremberger Rundstreckenrennen geben wird.“