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| 01:08 Uhr

Anrainer wollen bis 2025 altlastenfreie Lieberoser Heide

Turnow.. Die im Mai gegründete Interessengemeinschaft Freie Lieberoser Heide wird sich an diesem Wochenende bei einem Pressegespräch in Turnow mit ihren Bedenken zu einem Naturpark an die Öffentlichkeit wenden, der auf dem Areal des früheren sowjetischen Truppenübungsplatzes geplant Thoralf Schirmer

ist.
Die Interessengemeinschaft hatte sich sozusagen als Gegenpol zu den im Förderverein Lieberoser Heide versammelten Naturpark-Befürwortern zusammengefunden.
Sie bemängelt, dass es bislang kein schlüssiges Konzept für die Nutzung der Heide zu Gunsten der Bevölkerung gebe und dass die Risiken durch Altlasten auf dem Truppenübungsplatz-Gelände nicht abzuschätzen seien. So ist die Gemeinde Turnow-Preilack, deren Bürgermeister Helmut Fries (parteilos) nun auch Vorsitzender der IG Freie Lieberoser Heide geworden ist, von Schadstoffen im Grundwasser betroffen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Truppenübungsgelände in den Boden gelangt sind.
Auch die Gefahren durch Munitionsrückstände bereiten den Naturpark-Gegnern Sorgen. Die in dieser Woche begonnene Beräumung im Bereich der „Wüste“ , in der allein 100 Tonnen Munition und Munitionsreste vermutet werden, reicht Fries nicht weit genug. Immerhin umfasst die „Wüste“ nur 500 Hektar, der Truppenübungsplatz Lieberoser Heide aber insgesamt eine Fläche von 27 000 Hektar. „Wir möchten“ , so Fries, „dass die für die Entsorgung der Altlasten zuständigen Flächeneigentümer ihre Mittel planmäßig bündeln, um in einem Zeitraum von 20 Jahren - also bis zum Jahr 2025 - alle Flächen entsorgen zu können.“
Wichtig ist den Mitgliedern der Interessengemeischaft auch, dass das Areal der Lieberoser Heide nach Zeiten der Beschränkungen und Verbote nun wieder frei zugänglich gemacht wird und wirtschaftlich genutzt werden darf, zum Beispiel für regenerative Energieerzeugung. Wirtschaftlich schädlich sei es, wenn jedes Vorhaben in dem Gebiet selbst oder in den Randgemeinden erst auf seine Nationalparkverträglichkeit geprüft werden müsse. „Wir wollen, dass mit dem Wiederaufbau des Waldes ein hohes Niveau von Landschaftspflege und Landeskultur erreicht wird, sodass der Wald seine Erholungsfunktion voll entfalten kann“ , sagt Fries. „In dem so wieder entstehenden Waldgebiet sollen sich den Jägern waidmännische und naturpflegerische Perspektiven eröffnen.“