ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:29 Uhr

Hitze und Trockenheit in Spremberg
Angst vor Feuer lodert am Wald

Antje Selge ärgert sich über die Autos, die direkt am Wald stehen. Immerhin hat ihre Beschwerde zu einem Verbotsschild auf der rechten Seite geführt.
Antje Selge ärgert sich über die Autos, die direkt am Wald stehen. Immerhin hat ihre Beschwerde zu einem Verbotsschild auf der rechten Seite geführt. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Warum parkende Autos in der Nähe des Freibades am Kochsagrund als Gefahr gelten. Von René Wappler

Vor einem Schreckensszenario fürchtet sich Antje Selge, die an der Spremberger Stadtrandsiedlung wohnt. Mitten im Hochsommer könnte im benachbarten Wald ein Feuer ausbrechen und auf die Häuser übergreifen. Ihre Angst ist begründet. Denn viele Besucher des Freibades am Kochsagrund stellen ihre Autos auf dem Seitenstreifen der Straße zur Siedlung ab, so nah am Wald, dass auch Fachleute darin eine Gefahr sehen. Antje Selge schilderte ihre Sorge den Mitarbeitern des Rathauses – mit einem ersten konkreten Ergebnis.

Montag, 16 Uhr. Das Thermometer zeigt 31 Grad Außentemperatur an. Die Spremberger schlendern von der Drebkauer Straße hinüber zum Freibad am Kochsagrund. Autofahrer drehen ihre Runden am Parkplatz, der bereits belegt ist. Also wenden sie, um sich woanders einen Ort zum Abstellen ihres Fahrzeugs zu suchen.

So waren die Autos am vergangenen Wochenende an der Stadtrandsiedlung geparkt.
So waren die Autos am vergangenen Wochenende an der Stadtrandsiedlung geparkt. FOTO: Antje Selge

Gleich nebenan, gegenüber vom Friedhof, gäbe es noch genug freie Flächen. Doch manche Besucher des Freibades ziehen es vor, im Schatten der Bäume an der Stadtrandsiedlung zu parken.

Antje Selge hält das für fahrlässig. „Zwar begrüße ich den Zulauf, den unser Freibad erhält“, erklärt sie. „Doch als Anwohnerin der Siedlung kann ich das Parken im Waldgebiet nicht dulden.“ Schließlich bestehe gerade jetzt eine hohe Waldbrandgefahr. „Wenn man die Parkenden anspricht, wird man angepöbelt“, berichtet Antje Selge.

Darüber hinaus lassen viele Badegäste einfach ihren Abfall an den Autos zurück. So fordert die Sprembergerin: „Es sollte doch wenigstens auf einer Seite das Parken unterlassen werden.“ Denn sie befürchtet, dass der Weg zwischen den Autos im Ernstfall nicht als Rettungsgasse für die Feuerwehr ausreicht. „Ich möchte nicht meine Koffer packen müssen, wenn der Wald und die Siedlung brennen.“

Die Katastrophe, vor der sie warnt, könnte tatsächlich eintreten. Das bestätigt der zuständige Fachbereichsleiter im Spremberger Rathaus, Frank Kulik. „Zwar kämen die Rettungsfahrzeuge trotzdem noch durch, aber ein Feuer könnte wirklich schnell ausbrechen“, sagt er. Nach seinen Worten gelten die Katalysatoren der Autos auf dem Randstreifen der Straße als Gefahrenquelle für den Wald. Auch Feuerwehrleute warnen: Ein im Gras geparktes Auto mit erhitztem Katalysator könne bereits einen Flächenbrand entfachen. Nur bei einem Hinweis auf die Feuergefahr belassen es die Spremberger Rathausmitarbeiter allerdings nicht. Sie wandten sich nach dem Hilferuf von Antje Selge an die Straßenverkehrsbehörde. Deren Fachleute stellten mittlerweile ein Halteverbotsschild auf, das für einen der beiden Seitenstreifen auf dem Weg zur Stadtrandsiedlung gilt.

Darüber freut sich Antje Selge, die schon vor drei Jahren vor möglichen Waldbränden in ihrem Viertel warnte. „Es ist ja gut, dass jetzt was passiert“, sagt sie. „Hoffentlich bleibt das Schild auch stehen.“ Denn erst vor wenigen Wochen stahlen Diebe fast an der gleichen Stelle ein Verkehrszeichen, das auf die Tempo-30-Zone hinwies.